Veranstaltung
Energiewende in Scheidegg - Woher nehmen wir den Strom?

Etwa 100 Besucher nahmen an der Veranstaltung des CSU-Kreis- und des Ortsverbands Scheidegg im Kurhaus teil, bei der die Fragestellung 'Energiewende - Pflicht oder Chance?' im Mittelpunkt stand. Sogenannte 'Impulsreferate' beleuchteten nicht nur Aspekte der Thematik sondern zeigten auch wichtige Ansatzpunkte und Lösungswege auf.

Dr. Adolf Groß, der Vorarlberger Landesenergiebeauftragte, berichtete über die bis 2050 geplante Energieautonomie des österreichischen Bundeslandes und stellte fest, dass ein um etwa 60 Prozent rückläufiger Energieverbrauch bei konsequenter Anwendung von erneuerbaren Energien ohne Wohlstandsverlust möglich sei.

Hierzu müsste allerdings bei allen Neubauten und Gebäudesanierungen der Passivhausstandard das Maß aller Dinge sein. Bezüglich der Mobilität müsste bei Kurzstrecken und im Nahverkehr der Fahrradanteil von derzeit 15 auf letztlich 33 Prozent steigen sowie eine verstärkte Nutzung von Hybrid- und Elektrofahrzeugen erfolgen. Bis zum Jahr 2020 sollten fünf Prozent aller im Ländle zugelassenen PKW Elektroantrieb haben.

Arno Zengerle, Bürgermeister im Oberallgäuer Wildpoldsried, sprach von einer 'unglaublichen Eigendynamik', die sich innerhalb seiner Dorfgemeinschaft entwickelt habe. Die 2500-Einwohner-Gemeinde versorgt mit einer Biomasse-Dorfheizung 42 Gebäude, setzt auf Biogasanlagen und Blockheizkraftwerke und hat 190 Photovoltaik- sowie 140 thermische Solaranlagen (1900 Quadratmeter) montiert.

Vier Erdwärmeanlagen, drei Wasserkraftwerke und fünf Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 7500 Kilowatt machen die Gemeinde zu einem Energieexporteur, so Zengerle, der von einer jährlichen CO2-Einsparung von 600 000 Kilogramm und einer Heizölersparnis von 222 000 Litern pro Jahr sprach.

Landrat Elmar Stegmann stellte klar, dass die Fragestellung, ob die Energiewende Pflicht oder Chance sei, so nicht zutreffe: 'Sie ist beides - eine Pflicht und eine Chance für die Region.' Er erteilte 'blindem Aktionismus' eine Absage und sprach sich für 'transparente Entscheidungen' aus. 'Der Landkreis hat zwischen 2007 und heute elf Millionen Euro Schulden abgebaut und trotzdem investiert', verwies Stegmann auf die Sanierungen der Lindenberger Mittel- und der St.-Martin-Schule.

Weitere wichtige Maßnahmen seien die Erstellung eines Nahverkehrsplans, die Renaturierung von Moorflächen (mit dem Bund Naturschutz) zur CO2-Speicherung und die Gründung von Bürger-Energiegenossenschaften beim Betrieb von Anlagen zur regenerativen Stromerzeugung. Er appellierte an die Bundespolitik, weitere Konjunkturpakete aufzulegen und damit regionale Wertschöpfungsketten in Gang zu setzen.

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