70. Geburtstag
Der Taktgeber

Beinahe wäre seine Karriere als Musiker mit 16 Jahren vorbei gewesen: Damals sollte Gebhard Ihler für einen Musikerkollegen einspringen und ein Solo auf der Trompete spielen. «Ich war richtig aufgeregt und dann hat es überhaupt nicht geklappt», erzählt der Weilerer. Der Dirigent habe ihn nach Hause geschickt mit dem Hinweis, er solle sich nicht mehr blicken lassen. «Meine Mutter hat sich dann bei ihm beschwert, und so durfte ich wieder mitspielen», erzählt er und lacht. Heute kann er sich ein Leben ohne Musik gar nicht mehr vorstellen. Seit seinem siebten Lebensjahr spielt er Trompete und seit 20 Jahren dirigiert er die Musikkapelle Weiler. Am Wochenende hat Gebhard Ihler nun mit über 150 Gästen seinen 70. Geburtstag gefeiert.

Dass er nun schon seit zwei Jahrzehnten mit dem Taktstock vor der Kapelle steht, kann er manchmal selbst nicht glauben. Denn eigentlich wollte er diese Aufgabe gar nie übernehmen. «Unser Dirigent hat aufgehört und dann hat der Vorstand zu mir gesagt: Du kannst das doch machen», erzählt Ihler. Und so wurden aus dem geplanten einen Jahr schließlich zwei Jahrzehnte. Völlig ohne Erfahrung hat er damals den Taktstock übernommen. «Ich habe mir dann irgendwann ein Buch gekauft mit dem Titel: Wie werde ich Dirigent», erinnert er sich.

Die erste Bewährungsprobe ließ nicht lange auf sich warten. «Im Frühjahr habe ich den Job als Dirigenten übernommen und im Sommer kam das Bezirksmusikfest nach Weiler», erzählt er. Vor rund 500 Musiker musste er dort zeigen, was er konnte.

Nicht nur als Dirigent und Trompeter steht Ihler regelmäßig vor Publikum, auch als Sänger tritt er auf. So schmettert er etwa beim Weilerer Oktoberfest Schlager. «Ich stehe sehr gern auf der Bühne», sagt er von sich selbst. Über 20 Jahre war Ihler außerdem mit den Bregenzerwälder Dorfmusikanten unter anderem in Deutschland und der Schweiz unterwegs.

Unter seiner Leitung hat er auch die Richtung der Weilerer Musikkapelle etwas verändert. «Der Dirigent vor mir hat viel Klassik gespielt, ich mache mehr Unterhaltungsmusik», erzählt der gelernte Kfz-Mechaniker.

Ans Aufhören denkt Gebhard Ihler noch nicht. «Es sei denn, es wäre jemand aus den eigenen Reihen da, der es gerne machen würde», sagt er. Doch bis dahin will er erst einmal weiter machen, auch wenn er von sich selbst sagt: «Ich bin kein angenehmer Dirigent.» Einen festen Programmablauf gibt es bei ihm für die Auftritte meistens nicht. «Die Musiker müssen immer ganz bei der Sache sein und nur funktioniert es», ist er überzeugt und fügt hinzu: «Musik ist alles für mich.»

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