Bebauungsplan
Center Parcs in Urlau soll 2016 stehen

Center Parcs bewegt Altusried und Leutkirch: Rund 400 Interessierte strömten am Mittwochabend in die dortige Festhalle, um sich von Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle, seinem Altusrieder Kollegen Heribert Kammel, Center-Parcs-Manager Jan Janssen sowie mehreren Experten über den aktuellen Stand des Bebauungsplanverfahrens für das Areal in Urlau informieren zu lassen.

Satte 30 Fachgutachten wurden seit November 2009 erstellt, ganze fünf Aktenordner ist der Bebauungsplan stark, der noch bis 10. Oktober in den Rathäusern in Altusried und Leutkirch eingesehen werden kann.Allein acht Millionen Euro habe sich der Betreiber des Ferienparks die Vorplanungen bisher kosten lassen, klärte Manager Janssen auf.

Aufklärung betrieb auch Stadtplaner Claudio Uptmoor: Rein verfahrenstechnisch betrachtet, würden nach der öffentlichen Auslegung die Stellungnahmen als Grundlage für die Satzungsbeschlüsse der Gemeinderäte zusammengefasst. Erst, wenn die Räte aus Leutkirch und Altusried grünes Licht geben, sei der Bebauungsplan rechtskräftig. Beide Gemeinden erwarten diese Legitimierung für Ende des Jahres.

Koordinierender Ingenieur Burchard Stocks erläuterte, woran die Planer denken mussten: von der Entmilitarisierung, über Lärm- und Schadstoffbelastung, zusätzliches Verkehrsaufkommen, Artenschutz, Kompensationsflächen bis hin zum Landschaftsbild. Entsprechende Auflagen, die Center Parcs umsetzen muss, wurden aufgrund der jeweiligen Rechtsnormen erstellt.

Stocks Fazit: Aus umweltfachlicher Sicht sei das Projekt tragbar. Tragbar ist Center Parcs in Urlau auch laut Fachmann Jörg Baumgärtner, der ein Energiekonzept für den Freizeitpark entwickelt hat.

Bei den Fragen aus dem Publikum wollte Hans Seibold aus Adrazhofen wissen, ob auch die Windanfälligkeit des nach Abholzung verbleibenden Waldbestands ins Kalkül gezogen worden sei? Dies bejahte Diplom-Forstwirt Thilo Tollkühn. Vielmehr werde in den kommenden 20 bis 30 Jahren der Laubholzanteil auf etwa 50 Prozent erhöht.

Eine Erhöhung des Verkehrsaufkommens – laut Gutachter im Rahmen und verkehrstechnisch verträglich – um 2800 Fahrzeuge pro Tag war dem Leutkircher Karl-Heinz Schweigert zu viel. Ihm fehlen in der Betrachtung der ÖPNV und der Ausbau der Bahnverbindung.

Sowohl Center Parcs als auch die Stadt hätten ein Interesse an einem Ausbau des ÖPNV und der Bahnverbindungen, versicherte Henle.

Und wie geht es nun weiter? Bis 10. Oktober können Stellungnahmen eingereicht werden. Bis Jahresende wollen die Räte in Altusried und Leutkirch endgültig entscheiden. Danach wird die Baugenehmigung erteilt. Etwa im Mai 2013 soll die Entmilitarisierung beginnen, eine erste 'vorsichtige Rodung' erwartet Manager Jan Janssen für September 2013. Erst nach dem Winter soll dann mit dem Bau begonnen werden, der bis zum Frühjahr 2016 abgeschlossen sein soll. (mil)

Rund 400 Besucher füllten die Leutkircher Festhalle, als es dort kürzlich um den aktuellen Stand der Planungen für den Freizeitpark Center Parcs ging. Foto: Barbara Rau

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