Bürgerversammlung
Bürgerehrung in Heimenkirch

Die Bürgerehrung bildete den Schluss- und Höhepunkt der Bürgerversammlung in Heimenkirch am Mittwoch. Heuer wurde die übliche Anzahl von drei zu ehrenden Heimenkirchern überschritten, weil sich der Gemeinderat nicht entscheiden konnte. Also vergab Bürgermeister Markus Reichart vier Auszeichnungen: an Irmengard Schuler, Albert Dirr, Angela Feßler und die Arbeitsgruppe Paul-Bäck-Haus.

Das ganze Jahr über haben die Heimenkircher die Möglichkeit, im Rathaus ihre Vorschläge für die Bürgerehrung einzureichen. Sie müssen mit dem Namen auch eine Begründung nennen, warum der- oder diejenige die Auszeichnung verdient hat. Aus den vielen Vorschlägen wählt dann der Gemeinderat aus, und zwar in nichtöffentlicher Sitzung und per geheimer Wahl. Dieses Mal ergab sich trotz mehrmaliger Durchgänge bei zwei Kandidaten immer Stimmengleichheit. Deshalb entschied sich das Gremium für vier Ehrungen.

Irmengard Schuler war 19 Jahre lang Vorsitzende des Katholischen Frauenbundes Heimenkirch, bis November 2009. Sie musste diese Funktion aus gesundheitlichen Gründen abgeben. Weil sich keine Nachfolgerin für den Vorsitz fand, wurde der Frauenbund aufgelöst. Seit 1989 hatte sie sich als Vorsitzende unter anderem um Veranstaltungen der Erwachsenenbildung, Einkehrtage und viele Aufgaben in der Pfarrgemeinde gekümmert.

Der Frauenbund war ein wesentlicher Bestandteil des Heimenkircher Dorflebens. Als Motor dieser Runde und als treues Mitglied des Kirchenchors (über 30 Jahre) sei Irmengard Schuler «eine Vorzeigebürgerin», sagte Reichart.

Albert Dirr leitet die Freunde der Heimatstube Heimenkirch. 1989 wurde dieser Kreis ins Leben gerufen, er hat derzeit 65 Mitglieder. Dirr und seine Mitstreiter haben es sich zur Aufgabe gemacht, Dokumente und Gegenstände zu sammeln und zu präsentieren, die aus der Geschichte der Gemeinde erzählen. Nicht nur aus dem Ort stammen die Fundstücke, geforscht wird auch in Archiven in Augsburg, St. Gallen, Berlin und Karlsruhe. Albert Dirr ist mit seinen 85 Jahren noch immer sehr aktiv. Derzeit übertrage er Gemeinderatsprotokolle aus dem 19. Jahrhundert von der altdeutschen Schrift in die heutige, erzählte Bürgermeister Markus Reichart.

l Angela Feßler wurde von Markus Reichart als «Power-Frau» bezeichnet. «Mancher wird sich heute fragen: Wofür wird sie geehrt - da gäbe es doch viele Möglichkeiten», vermutete Reichart und nannte als Beispiele Feßlers Engagement im Gemeinderat sowie die Pressearbeit in Heimenkirch. Zum Anlass der Ehrung hat die Gemeinde letztlich Angela Feßlers 25-jährigen Einsatz als Ortsheimatpflegerin genommen. «Sie ist eine wandelnde Datenbank mit einem Privatarchiv, über das der Bundesnachrichtendienst staunen würde», sagte Reichart. «Ich bin froh, wenn ich sie oft anzapfen darf.»

Die Arbeitsgruppe Paul-Bäck-Haus: Dieser Kreis war durch einen Aufruf im «Heimenkircher Boten» noch während der Sanierung des historischen Gebäudes ins Leben gerufen worden, mit dem Ziel, ein Nutzungskonzept für das neue Bürgerhaus zu entwickeln. «Da sind auch Leute gekommen, die haben das ganze Projekt durchaus kritisch gesehen», erinnerte Bürgermeister Reichart. Die aktuell etwa 20 Frauen und Männer umfassende Gruppe hätten «viel Zeit, Kraft und Hirnschmalz investiert - auch gegen Widerstände». Inzwischen werde das Paul-Bäck-Haus intensiv von der Bürgerschaft genutzt. Die Gruppe habe sich aufgeteilt in einen Kreis, der sich mit Bildung und Kultur beschäftigt, und einen, der sich um Infrastruktur und Technik kümmert.

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