Befall
Borkenkäfer breitet sich in Weiler aus

Mit einem Messbecher ist Christian Müller einmal die Woche in einem Wald bei Hergensweiler unterwegs. Der Revierleiter der Forstdienststelle Lindau zählt damit Borkenkäfer. «100 Milliliter sind etwa 400 Buchdrucker», weiß der Experte.

Die Tiere werden mit einem bestimmten Gemisch, für den Menschen nicht wahrnehmbar, in eine Falle gelockt. In den vergangenen Wochen füllten jedoch wesentlich mehr als 400 dieser Insekten seinen Messbecher. Meist zwischen 2000 und 2500 Borkenkäfer hat Müller gefunden. In der Skala des Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten bedeutet das Warnstufe Gelb.

Müller empfiehlt daher den Waldbesitzern regelmäßig ihre Fichten nach Borkenkäfer-Befall zu untersuchen. << Wenn die Bäume rote Nadeln bekommen, ist es zu spät >>, weiß der Fachmann. Lange bevor sich der Baum rot färbt, sei am Boden beim Stamm braunes Bohrmehl zu sehen. Grund für die starke Vermehrung in diesem Jahr könnte das trockene Frühjahr sein, vermutet Müller. Doch auch die vergangenen Jahre habe es sowohl die Warnstufe Gelb als auch Rot (ab 4000 Käfer) gegeben. Über ganz Bayern verteilt werden die Insekten gezählt. Borkenkäfer-Monotoring nennt sich das. Auch Christian Müller meldet seine gesammelten und gezählten Insekten an die Behörde.

Noch ist die Lage in den Westallgäuer Wäldern entspannt, sagt Müller. Doch das könnte sich in den kommenden Monaten ändern. << Bleibt es sehr trocken und warm, werden die Insekten sehr aktiv und die Fichten schwach, weil sie zu wenig Feuchtigkeit bekommen >>, sagt Müller. Eine gesunde Fichte sei nämlich in der Lage den Schädling mit Hilfe ihres Harzes abzuwehren.

Dann könnte es zu einer Massenvermehrung der Insekten kommen. Ein Weibchen kann jährlich für bis zu 80000 Nachkommen sorgen. Die Larven wachsen in der Rinde der Fichten heran. Befallene Bäume sollten daher möglichst schnell aus dem Wald geschafft werden, damit sich der Käfer nicht weiter ausbreiten kann. Daher sei es auch wichtig, dass Waldbesitzer nach Stürmen oder Gewitter sich ihren Bestand genau anschauen. << Gibt es Windwürfe, kann sich der Borkenkäfer dort sehr gut ausbreiten.

>> Ist eine Fichte befallen, ist sie nicht mehr zu retten. << Die Larven fressen das Bastgewebe des Baumes und unterbrechen somit die Nährstoffzufuhr >>, erklärt Müller.

Der Grund warum der Landkreis als einziger Kreis im Allgäu bereits mit der Warnstufe Gelb gekennzeichnet ist, erklärt Müller mit der Lage. << Die Vermehrung ist auch abhängig von der Höhe, weiter oben ist es oft kälter und es regnet mehr, das ist besser für die Fichten und schlechter für den Borkenkäfer >>, sagt der Experte. Die Höhenunterschiede im Landkreis seien sehr groß. << Weiter unten ist es oft wärmer und dann kann sich der Schädling gut ausbreiten. >>

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