Porträt
Bernhard Wucherer aus Oberstaufen landet mit seinem Debüt Die Pestspur einen Erfolg

Eines kann Bernhard Wucherer immer noch nicht so recht verstehen. Stellt er seinen ersten Roman vor, interessieren sich seine Gesprächspartner oft mehr für seine Lebensgeschichte als für seinen ersten Roman. Die historische Erzählung spielt im Jahr 1634, im Allgäu tobt die Pest, der 30-jährige Krieg ist in vollem Gange, als zwei Jungen die Mitwisser eines schrecklichen Geheimnisses werden.

Doch auch die Geschichte des bodenständigen und engagierten Allgäuers, der von Oberstaufen in die Welt hinaus zieht, in Belgien und Spanien lebt, in ganz Europa als Museumskurator Burgen und Schlösser verwaltet, fesselt und fasziniert die Zuhörer.

Hinzu kommt, dass der heute 58-Jährige für seinen ersten Roman auf Anhieb einen Verlag gefunden hat, der die über 2000 Seiten als Tetralogie veröffentlichen wird. Doch dem nicht genug: Acht Jahre lang hat er, vor allem in Spanien, während der Siesta an dem Werk geschrieben. Den Roman zu veröffentlichen – das hatte der Vater dreier erwachsener Söhne lange Zeit überhaupt nicht vor.

Wucherer hat lange Jahre in Oberstaufen gelebt. Er hat das Handwerk des Schriftsetzers gelernt, Grafikdesign studiert und dann eine eigene Werbe- und Eventagentur betrieben. Dann zog es ihn in die Welt hinaus.

Stationen waren Spanien und Belgien, wo er auch heute noch lebt. Fragt man ihn nach seiner Heimat, lacht Wucherer. 'Immer wieder die Frage nach der Heimat.' Er wird ernst und antwortet: 'Natürlich das Allgäu, immer das Allgäu.'

Das Allgäu im Jahr 1634

Der historische Roman 'Die Pestspur' versetzt den Leser zurück in das Jahr 1634 nach Staufen. Doch auch das angrenzende Westallgäu ist Schauplatz in der spannenden Erzählung. So trinkt etwa einer der Bösewichte, Medicus Heinrich Schwartz, in der Taferne in Simmerberg einen gewaltig über den Durst.

'Das hätte er lieber nicht getan', weiß Autor Bernhard Wucherer. Er selbst bestellt im schattigen Biergarten lieber einen Kaffee und taucht dann wieder ein in die Vergangenheit. Sein Blick schweift zu der historischen Bemalung des angrenzenden Gebäudes.

Er erzählt davon, wie die Salzstraße als Lebensader Simmerbergs galt, davon, dass dort Rösser und Männer Pause gemacht haben und oft eben auch ordentlich getrunken haben.

Geschichte ist seit jeher die Leidenschaft von Wucherer. Am liebsten liest er in alten Schriften oder stöbert in Chroniken. Als Historiker oder Heimatforscher versteht er sich nicht, dennoch: 'Meine Fakten sind alle gründlich recherchiert, das ist mir wichtig.

' Auch die Details im Roman haben einen geschichtlichen Bezug. So berichtet im Buch eine alte Frau, dass aus Stiefenhofen Rauch zu sehen ist. 'In diesem Jahr ist dort die Kirche bis auf die Grundmauern niedergebrannt', weiß Wucherer.

Darüber wie das Leben damals war, wie hart, wie schwer, hat Wucherer nicht nur gelesen und geschrieben, er hat es teils selbst erlebt. 'Ich habe in meiner Zeit in Spanien in alten Gemäuern gelebt, ohne Strom ohne Wasser und mir den Hintern abgefroren.'

Vielleicht wird man Bernhard Wucherers Geschichte über die Pest im Allgäu auch bald als Film sehen können. Bekannte Filmemacher haben bereits angefragt, verrät Wucherer mit strahlenden Augen. Wieder ein neues, aufregendes Kapitel im Leben des frisch gebackenen Roman-Autors, auf das sich der umtriebige Mann freudig stürzt.

Sicher ist, die Geschichte von Bernhard Wucherer ist noch lange nicht zu Ende erzählt und wird immer wieder staunende Zuhörer finden. Daran wird sich der Romanautor aus dem Allgäu wohl gewöhnen müssen.

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