Narrensprung
Beim großen Narrensprung in Kleinweiler über 2500 Hästräger

Fasnachtstrubel in Kleinweiler: Für Samstag, 18.06 Uhr, ist der Start des Narrensprungs angekündigt. Abordnungen der 62 beteiligten Zünfte und Fanfarenzüge aus Bayern und Baden-Württemberg sind bereits um 14.30 Uhr im Vereinsheim in Kleinweiler beim Zunftmeisterempfang. Die Allgaier Ur-Band aus Beuren sorgt dort für ohrenbetäubende Stimmung. Rund 45 Bläser und Schlagwerker intonieren bekannte Popsongs wie 'Mighty Quinn', 'Fürstenfeld' oder 'Mary Lou' einmal anders: schnell, rhythmisch, mitreißend.

Die Narren springen auf, klatschen im Takt. Zunftmeister Siegfried Wiest und sein Stellvertreter Thomas Noack nehmen kleine Geschenke der anderen Zünfte entgegen: Wein, Sekt und auch Spenden, beispielsweise für die Familie aus Ratzenried, die vor Kurzem so hart getroffen wurde von einem Brand in ihrem Haus, bei dem zwei Kinder ums Leben kamen.

Die Mitglieder der Allgaier Ur-Band mit Lederhosen, Fellclogs und weißem Shirt prosten sich nach ihrem ersten Auftritt zu mit Bier, Radler oder Schorle. Musikalischer Leiter Jörn Tinnemeyer achtet darauf, dass seine meist jungen Bandmitglieder um die 20 nicht zu tief ins Glas schauen.

'Wir Musiker sorgen für Stimmung beim Umzug, müssen was Anständiges abliefern.' Nein, Hästräger möchte er nicht sein. Das wäre ihm zu eintönig.

Angelika von den Achberger Kolderar ist da ganz anderer Meinung. Schon als kleines Kind war sie bei Fasnachtsumzügen dabei. Das Fasnachtsfieber lässt sie auch heute, mit über 50 nicht los. 'Da triffst du die nettesten Leut’. Die siehst du sonst das ganze Jahr nicht.'

Ein großes Hallo gibt’s nach dem Zunftmeisterempfang draußen neben dem Festzelt. Immer mehr Fabelgestalten mit Holzmasken finden sich ein, Stoibeißer aus Kirchdorf, das Wolfsrudel aus Maierhöfen oder die Wetterhexa Altusried, über 2500 Hästräger und – trotz Schneeregens – rund 1400 Zuschauer.

Um 18.06 Uhr fällt der Startschuss zum Narrensprung. Ohne die Mithilfe der anderen Vereine aus Kleinweiler wäre solch eine Großveranstaltung nicht zu stemmen, sagt Burghexen-Zunftmeister Wiest.

Klaus Leupolz (35) von der Feuerwehr ist einer der vielen Freiwilligen. Er weist in die Parkplätze ein, steht frierend im Schneematsch, ist dennoch guter Laune. 'Das ist eine schöne Abwechslung,' ist auch die Meinung von Markus Schehle (49), der Abzeichen für 2,50 Euro an die Zuschauer verkauft.

Eine der Käuferinnen ist Hildegard Klein (72). Sie freut sich über den Trubel in ihrem Heimatdorf. 'Da ist wenigstens mal was los.' Nach dem Narrensprung wird im Zelt gefeiert – bis weit nach Mitternacht.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen