Hochwasser
Bei Ulrike Assfalg in Oberreute musste die Feuerwehr schon fünfmal den Keller auspumpen

An einem sonnigen Tag im Mai ist die Idylle perfekt: Grüne Wiesen umgeben jenes aus dem 18. Jahrhundert stammende Haus im Oberreuter Ortsteil Stadels, in dem Ulrike Assfalg seit 1984 wohnt. Kaum vorstellbar, dass irgendetwas diese Szenerie stören könnte. Und doch: In den letzten zwölf Jahren musste fünfmal die Feuerwehr anrücken, um den Keller auszupumpen. Im vorigen Jahr, beim starken Unwetter Ende Juli, traf es Ulrike Assfalg besonders hart: rund 1,30 Meter stand das Wasser hoch. In der Folge ging die Heizungsanlage kaputt - ein Schaden von rund 5000 Euro.

Bis zu sechs Meter breit waren die Wassermassen, die im Juli 2010 direkt auf das Haus zuflossen. Sie kamen von einem Seitenhang des Hochsträß, der bei längeren Regenfällen viel Wasser aufnimmt. Hinzu kommt ein kleines Seitengewässer des Hausbaches, das sich oberhalb von Stadels befindet. Hier wurde vor Jahren eine Verrohrung angebracht. Davor befindet sich ein «nahezu funktionsloser Rechen», wie Norbert Fichtl vom Wasserwirtschaftsamt (WWA) Kempten nach einer Begehung im Oktober 2010 feststellte. Da es sich bei dem Bachlauf um ein Gewässer dritter Ordnung handele, sah er damals nicht das WWA, sondern die Gemeinde Oberreute in der Pflicht.

Auf der Bürgerversammlung thematisierte Armin Lingg das Problem: «Es kann doch nicht sein, dass Frau Assfalg bei jedem starken Regen in ihrem Haus sitzt und Angst haben muss, dass ihr Grundstück oder gar der Keller erneut überflutet wird». Genauso schildert Ulrike Assfalg aber ihren Alltag. Im November und Januar hatte sie wieder Wasser auf ihrem Grundstück und für sich derzeit das Fazit gezogen: «Ich muss mich selbst schützen.»

Provisorisch tut sie das mit Sandsäcken, die sie vor ihrem Haus aufgestapelt hat. Für größere Baumaßnahmen, beispielsweise einen Erdhügel rund um ihr Grundstück, fehlt ihr das Geld. Zudem: «Damit würde das Problem nur in Richtung weiter unten wohnender Nachbarn verlagert.

» Als Ursache sieht auch sie die Verrohrung des kleinen Baches und vor allem den Zustand vor dem Rohreinlauf. «Hier müsste wenigstens einmal ausgebaggert und der Rechen ersetzt werden», so Ulrike Assfalg. Ansonsten verstopfe auch weiterhin das Rohr, das Wasser laufe daneben in eine Senke und letztlich direkt auf ihr Grundstück zu.

Inzwischen fand eine Begehung durch die Gemeinde statt - und Bürgermeister Gerhard Olexiuk weist danach die Zuständigkeit von sich. «Da das Gewässer nicht ständig Wasser führt, handelt es sich nicht um Fließgewässer. Damit ist aber auch die Gemeinde nicht zuständig, sondern der Grundstückseigentümer.

» Doch mit dieser Aussage will Olexiuk die betroffene Hausbesitzerin nicht abspeisen: «Ich vermittele hier gern und hoffe, dass noch im Mai ein Gespräch mit allen Beteiligten stattfindet.» Das Problem: Niemand weiß, wer die Verrohrung zu welchem Zeitpunkt ausgeführt hat. Die Gemeinde könne gar nicht selbst handeln, da sich Grundstück und Rohr in Privatbesitz befinden.

Aus Sicht von Ulrike Assfalg führt das Gewässer oberhalb ihres Grundstückes sehr wohl immer Wasser - womit die Gemeinde in der Pflicht wäre. Sie hofft nun auf ein klärendes Gespräch aller Beteiligten.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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