Wirtschaftsförderung
Auch Weiler steigt aus der WEST aus

Das ist eine Entscheidung die Auswirkungen für die ganze Region hat: Als zweite Gemeinde nach Heimenkirch steigt Weiler-Simmerberg aus der WEST (Wirtschafts- und Entwicklungsleitstelle Westallgäu) aus. Im zweiten Anlauf hat der Gemeinderat mit 8:9 Stimmen gegen eine Vertragsverlängerung mit der Wirtschafts- und Entwicklungsleitstelle gestimmt. Hauptgrund der Kritiker: Die WEST habe in den drei Jahren ihres Bestehens keine nennenswerten Erfolge für die dafür bezahlten fast 70000 Euro erzielen können. «Ich sehe keinen richtigen Sinn», sagte beispielsweise Xaver Fink.

Ursprünglich hatte Weiler-Simmerberg einer Vertragsverlängerung bereits zugestimmt - allerdings geknüpft an zwei Bedingungen: Alle anderen beteiligten Gemeinden müssen mitmachen und an den Kosten darf sich nichts ändern. Durch den Ausstieg von Heimenkirch wurde dieser Beschluss hinfällig, weshalb das Gremium nochmals abstimmen musste.

Wie Bürgermeister Karl-Heinz Rudolph erläuterte, hatte die WEST zugesichert, dass sich auch ohne Beteiligung Heimenkirchs der jährliche Beitrag von 23500 Euro für Weiler-Simmerberg nicht erhöhen werde. Außerdem berichtete er von Verhandlungen über eine mögliche Unternehmensansiedelung mit 80 Arbeitsplätzen in Weiler-Simmerberg. Die WEST habe großen Anteil daran, dass die Gemeinde noch gut im Rennen liege - bei zwei Mitkonkurrenten. Steige man aus der WEST aus, sei man hier wohl außen vor, gab er zu bedenken.

«Es hat sich nichts geändert»

Eine Ansicht, die die Räte offenbar nicht teilen. «Für mich und meine Fraktion hat sich nichts geändert», sagte CSU-Fraktionssprecher Fink, der bereits beim ersten Mal gegen eine Vertragsverlängerung gestimmt hatte, und ergänzte: «Allen Respekt vor Heimenkirch. Die haben eine klare Entscheidung getroffen.» Es sei vernünftiger, das Geld beispielsweise in Wanderwege oder die Hausbachklamm zu stecken. Er habe vollstes Vertrauen, dass die Bauverwaltung auch künftig wie bisher interessierte Firmen gut beraten und ihnen die 6600-Einwohner-Gemeinde schmackhaft machen könne - dafür brauche es die WEST nicht.

Auch Joachim Zwerger sprach sich dafür aus, die 70000 Euro lieber in gemeindeeigene Dinge wie das Freibad oder die Gestaltung des Kreisverkehrs zu stecken. 2. Bürgermeister Josef Reichart sagte, er habe damals aus Gründen der Solidarität zu den Nachbargemeinden einem Verbleib in der WEST zwar zugestimmt, doch nach dem Ausstieg von Heimenkirch könne er nicht bei dieser Haltung bleiben.

«Wenn wir ausscheiden, dann wird die WEST nicht weiterexistieren», führte Rudolph an. Weiler-Simmerberg und Heimenkirch hätten zusammen zehn Prozent des Budgets gestemmt - ohne dieses Geld sei die Leitstelle nicht mehr handlungsfähig. Und auch Walter Maulhart verwies darauf, dass man der WEST noch eine dreijährige Chance geben müsse. Ihre Arbeit sei durch die Finanzkrise beeinträchtigt gewesen - und doch habe sie Erfolge wie die Einführung der LTE-Technik erzielen können.

Die WEST könne ein dichtes Netzwerk beispielsweise bis ins benachbarte Vorarlberg knüpfen, was die Gemeinde alleine nicht könne. Doch auch diese Argumente konnte die Mehrheit am Ratstisch nicht umstimmen.

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