Doppeljubiläum
113 Alphornbläser treten gemeinsam bei Doppelfest in Scheffau auf

Peeters Luc schultert sein Alphorn. Er ist spät dran. Über hundert Alphornbläser haben sich bereits auf dem kleinen Hügel neben dem Festzelt platziert. Ganz links findet er einen Platz. Aber der belgische Solist ist hier falsch. Schnell hetzt er auf die andere Seite, dorthin, wo die dritte Stimme gespielt wird.

Dirigent Peter Wüstner hebt die Hände und sogleich schallt der Klang von 113 Alphörnern über das Festgelände des Doppelfestes in Scheffau. Luc ist begeistert: << Das ist ein Gänsehautmoment >> - dafür haben sich die acht Stunden Anreise aus der Nähe von Antwerpen gelohnt.

Am Samstag stand das viertägige Doppelfest in Scheffau ganz unter dem Motto des hölzernen Blasinstruments. Mit einer Klangwolke über dem Rothachtal ging es morgens los: Sechs Alphorngruppen verteilten sich auf verschiedene Anhöhen und schickten gleichzeitig ihre musikalischen Grüße über die Hausdächer.

<< Das war der absolute Hammer >>, erzählt Rainer Brandner, der das Alphorntreffen mitorganisiert hat. << Zum Teil haben die Gruppen eine ganze Stunde lang gespielt, weil das Echo so genial war. >>

Alphornklänge begleiteten auch den anschließenden Frühschoppen, bevor 27 Gruppen und Solisten dann zu ihren Einzelvorträgen antraten. Neben Luc aus Belgien nahmen Musiker aus der weiteren und näheren Umgebung teil. Die längste Anfahrt hatten die Alphornbläser aus Lübeck, Heimvorteil dagegen die drei Gruppen aus Scheidegg, Weiler und Maierhöfen.

Mehrere Hundert Zuhörer genossen die ergreifenden Klänge bei strahlendem Wetter vor dem Festzelt.

Die meisten von ihnen konnten sich jedoch nicht mehr auf den Bänken halten, als sich alle Musiker zum gemeinsamen Spiel aufstellten. Am Fuße der Anhöhe, von der aus die Alphornbläser eindrucksvolle, weit hallende Klänge über das Gelände schickten, klatschte das Publikum begeistert Beifall.

Mit Erfolg: Aus den geplanten drei Stücken wurden sechs. << Wenn man vorne steht und alle hört - das war überwältigend >>, erzählt Brandner, der eine der Zugaben sogar selbst dirigierte. << Nach dem Massenchor war ich derart ergriffen, dass ich kaum ein Wort mehr herausgebracht habe.

>>Auch insgesamt ist der leidenschaftliche Alphornbläser mit dem Tag mehr als zufrieden: << Ich bin dem Herrgott dankbar, dass alles so super geklappt hat. >>

Nach dem Gesamtchor übernahm die Combo << Senner Jazz >> die musikalische Regie und verband Alphornklänge mit Jazz- und Blueselementen zu einem außergewöhnlichen Stilmix. Dass es auch den Jüngsten auf dem Scheffauer Fest gefallen hat, dafür sorgte die Landjugend Weiler.

Neben Spielen wie Hula Hoop, Wettnageln und Tauziehen, war der Höhepunkt des Kinderprogramms eine Seilrutsche, mit der die Kleinsten in einigen Metern Höhe durch die Luft sausten.

Peeters Luc wird vor allem die traditionellen Allgäuer Eindrücke mit in seine Heimat nehmen: von der Trachtenstickerin, über den Korbflechter bis hin zu selbstgemachten Kässpätzle. Völlig begeistert ist er aber von den Hauptdarstellern des Tages, den Alphörnern. Denn so viele hat er in Belgien noch nie auf einem Haufen gesehen.

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