Konzert
Dominik Bernhard spielt die neue Orgel in Opfenbach

300 Besucher haben dem ersten Konzert gelauscht, das auf der neuen Orgel von St. Nikolaus in Opfenbach gespielt wurde. Sie erlebten mit Dominik Bernhard einen versierten Organisten, der die Möglichkeiten des neuen Instruments wunderbar zur Geltung brachte.

Was die Zuhörer im renovierten Innenraum des Gotteshauses zu hören bekamen, war in der Tat Grund genug, um mit der von Josef Maier aus Hergensweiler geschaffenen Pfeifenorgel um die Wette zu jubilieren. Organist Dominik Bernhard aus München, der aus Weiler stammt, schöpfte in seinem Programm die klanglichen Möglichkeiten des Instrumentes voll aus. Et ließ die Orgel in allen Facetten zur vollen Schönheit erblühen.

Schon der Beginn war ergreifend. Obwohl sehr oft gespielt, blieben «Toccata und Fuge d-Moll» von Johann Sebastian Bach auch in dieser Aufführung durch die impulsive Rhythmik und Frische faszinierend. Zudem verstand es der Organist, der Toccata eigene Akzente zu geben, indem er das Stück nicht virtuos herausstellte, sondern es als «erfüllt von Größe und Gram» zeigte.

Neben der «Sonate in B-Dur» des 1740 in Bad Wurzach geborenen und 1785 in Ottobeuren gestorbenen Franz Xaver Schnizer, die einem Mozart oder auch einem Haydn alle Ehre gemacht hätte, erklang ein meditatives «Bach-Gloria» und eines von Max Reger, das überaus mächtig und majestätisch daher kam. Bevor Dominik Bernhard Improvisationen über den Choral «Lasst uns erfreuen herzlich sehr» erklingen ließ, bot er die 1960 von Jean Francaix komponierte «Suite Carmelite» dar. Die sechs Miniaturen sind als Portraits der Nonnen zu verstehen, wobei die Vorstellungskraft sicher ansehnliche Blüten treibt. Sanft, fromm, eher verschlossen, überaus lebhaft, gewissenhaft und respektvoll - so könnten die einzelnen Charaktere benannt werden.

Mit technischer Perfektion und Musikalität sowie einer ansehnlichen Portion Leidenschaft wurde der Konzertabend beschlossen. Bernhard interpretierte die Sätze «Allegro Vivace» und «Allegro cantabile» aus der fünften Orgelsymphonie von Charles-Marie Widor so kurzweilig, dass die Zeit bis zur populären «Toccata» kaum spürbar war.

Mit sinfonischem Gestus und ausgezeichneter Registerauswahl - Organist Michael Spiegel war hierbei wie generell behilflich - entstand der Eindruck, als wenn ein ganzes Orchester musizieren würde.

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