Erfolg
Erster Saisonsieg für den EV Lindau – und schon wieder ein Derby vor der Brust

EV Lindau gegen Höchstadt
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  • Foto: Betty Ockert
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Schlag auf Schlag geht es für die EV Lindau Islanders in der noch jungen Saison 2019/2020 der Eishockey-Oberliga Süd zur Sache: Nach dem Heimsieg gegen den Höchstadter EC warten mit dem SC Riessersee (Freitag, 4. Oktober, Spielbeginn 20 Uhr in Garmisch) und den ECDC Memmingen Indians (Sonntag, 6. Oktober, 18 Uhr, Eissportarena Lindau) die beiden nächsten ganz dicken Brocken auf die Mannschaft vom EVL-Headcoach Chris Stanley.

Durchatmen war nach dem 4:2 (2:1, 1:1, 1:0)-Sieg gegen Höchstadt am Mittwochabend angesagt. 400 Zuschauer in der Eissportarena verfolgten einen glanzlosen, dafür umso wichtigeren Erfolg, der die ersten Saisonpunkte bescherte und die Islanders von Platz 12 auf Platz 10 klettern ließ. Zwei Überzahltore durch Brent Norris (7.) und Robert Chaumont (8.) sowie Treffer von Julian Tischendorf (30.) und Simon Klingler in der Schlussminute reichten, um die Panzerechsen aus Mittelfranken am Ende in Schach zu halten und die ersten Punkte in der neuen Spielzeit einzufahren. Viel Zeit zum Zurücklehnen bleibt den Lindauern allerdings nicht, denn gleich am Wochenende warten die nächsten großen Herausforderungen auf die Mannen von Headcoach Chris Stanley.

Mit dem SC Riessersee treffen die Lindauer auf eines der Topteams der neuen Spielrunde. Bereits in der Vorsaison machte der Klub, der am Fuße der Zugspitze beheimatet ist, durch bärenstarke Auftritte während der Hauptrunde auf sich aufmerksam – wobei der SCR zu diesem Zeitpunkt eine schwere Hypothek zu tragen hatte. Immerhin stand vor einem guten Jahr die Garmischer Eishockeyfamilie mit dem Rücken zur Wand. Der finanzielle Crash konnte gerade noch durch eine Planinsolvenz aufgefangen werden. Damit war seinerzeit die Auflage verknüpft, dass die Oberbayern – unabhängig von ihrer Platzierung – im Januar den Gang in die Verzahnungsrunde mit den besten Bayernligisten gehen müssen.

Am Ende ging die Rechnung voll auf: Mit einigen gewichtigen Verstärkungen im Rücken, spielte die blutjunge Mannschaft des damaligen Cheftrainers Toni Söderholm eine überragende Hauptrunde und belohnte sich am Ende mit einem vorderen Tabellenplatz. Unter Führung des SCR-Oldies und Kapitäns Florian Vollmer startete Riessersee in der Abstiegsrunde so richtig durch, präsentierte sich überragend und machte den Klassenerhalt souverän perfekt. Auch die zwischenzeitliche Berufung von Söderholm zum Nationaltrainer tat der Erfolgsgeschichte der Werdenfelser keinen Abbruch. Mit Co-Trainer George Klink, der zuvor seine aktive Zeit als Eishockeyspieler beendete, führte ein ehrgeiziger junger Mann an der Bande das Werk seines Vorgängers konsequent fort.

Nach dem großen personellen Umbruch im Kader, der im Sommer des Vorjahres von sich ging, hat Kink seine Mannschaft zur neuen Saison punktuell verstärkt. Mit Jannik Woidtke (Kassel Huskies) und Christoph Frankenberg (EHC Freiburg) sollen zwei DEL2-Schwergewichte für den nötigen Rückhalt nach hinten sorgen. Neu dabei in der SCR-Verteidigung ist auch Sean Morgan, der zuvor noch für die Islanders die Schlittschuhe schnürte. Gespannt darf man darauf sein, wie sich der neue SCR-Kontingentmann Eetu-Ville Arkiomaa (Finnland) in den Reihen der Garmischer präsentieren wird. Mit Ex-DEL-Spieler Uli Maurer, dem Schweden Victor Östling und nicht zuletzt Tobias Kircher (Eispiraten Crimmitschau/DEL2) verfügt der SC Riessersee über genügend Qualität in der Offensive, um während der Hauptrunde vorne mitzumischen.

Allerdings musste der SCR bereits zwei Niederlagen in der noch jungen Oberligasaison hinnehmen: Nach dem 5:2-Auftaksieg der Jungs von George Kink unterlag man den Starbulls aus Rosenheim sowie am Mittwochabend den Selber Wölfen im Penaltyschießen. Dennoch zollt Sascha Paul großen Respekt an die Adresse des nächsten Gegners des EV Lindau: „Für mich zählt Garmisch mit zum Favoritenkreis. Läuferisch und technisch sind deren Spieler recht stark. Das wird für uns kein Zuckerschlecken“, ist sich der Sportliche Leiter der Islanders sicher. Die Partie beginnt am Freitagabend um 20 Uhr und wird im Internet auf SpradeTV live übertragen. Mal sehen, ob Lindau die kleine Schwächephase der Oberbayern für sich nutzen kann.

Nicht gerade einfacher dürfte die Aufgabe für die EV Lindau Islanders zwei Tage später am Sonntag (18 Uhr) beim Heimspiel gegen die Memminger Indians werden. Die Bilanz der Allgäuer vor dem vierten Spieltag: ein 2:5 gegen Riessersee, ein 5:3 in Sonthofen und ein 6:5-Overtimesieg in Peiting, was unterm Strich Tabellenplatz fünf bedeutet. Für den anstehenden Derbykracher am Sonntag (18 Uhr, Eissportarena) haben sich bereits rund 250 Fans aus dem Allgäu ihr Kommen angekündigt. „Für Stimmung dürfte am Sonntag vonseiten Memmingen gesorgt sein“, weiß Sascha Paul.

Vergleicht man den aktuellen Kader der Indians mit der Aufstellung aus der Vorsaison, scheinen auf den ersten Blick die Neuverpflichtungen die teils bedeutsamen Abgänge mindestens aufzufangen, wenn nicht gar zu überbieten. Zwar haben Jared Mudryk und Petr Haluza (beide Karriereende), Dominik Piskor (wechselte zum Herner EV in die Oberliga Nord) und Tadas Kumeliauskas (EV Landshut/DEL2) den Hühnerberg verlassen. Doch das neue Ausländerpaar, der Tscheche Samir Kharboutli (ERC Ingolstadt/U20) und der stets torgefährliche Kanadier Brad Snetsinger (Herne) sollten, im Verbund mit den neu dazugestoßenen Indians Benedikt Böhm (Eisbären Regensburg) und Fabian Voit (ERC Bulls Sonthofen) Garanten für richtig viel Schwung im Angriffsspiel der Memminger darstellen.

Ohnehin ist die Ausgangslage bei den Memminger Indians eine viel bessere als noch vor einem knappen Jahr: Damals, Ende Oktober, wurde Sergej Waßmiller als Cheftrainer verpflichtet, um nach dem völlig verkorksten Saisonstart die Mannschaft zurück auf die Spur zu bringen und dem Erwartungsdruck im Umfeld des Klubs gerecht zu werden. Das gelang dem Deutsch-Russen binnen kurzer Zeit. Die Leistungskurve zeigte seither ständig nach oben, der Lohn war am Ende der Meisterrunde ein fünfter Platz und ein erfolgsversprechendes Ticket für die Play-offs mit den Nord-Oberligisten. Hier war im Achtelfinale allerdings schnell Ende der Fahnenstange angesagt, die Saale Bulls Halle beendeten mit drei Siegen die Träume der Memminger von einem Weiterkommen abrupt.

Wer am Sonntagabend in der Lindauer Eissportarena das bessere Ende für sich haben wird, darüber lässt sich im Moment nur spekulieren. Fakt jedenfalls ist: Sollten die Islanders ihren desolaten Saisonauftakt mit einem Sieg am Mittwoch über den Höchstadter EC zumindest teilweise ausbügeln und am Freitagabend zudem einen anständigen Auftritt in Garmisch abliefern, dann darf im Lager der EVL-Fans für eine Begegnung mit offenem Ausgang gehofft werden. „Derbys, das wissen wir ja alle, schreiben oft ihre eigenen Gesetze“, sagt Sascha Paul, der ein „Spiel mit vielen Emotionen“ erwartet. Wichtig wird, wie schon gegen Höchstadt, der Rückhalt der Islanders-Anhänger sein. Gerade nach den beiden Niederlagen am vergangenen Wochenende scheint der sprichwörtliche „Siebte Mann“ auf und neben dem Eis mehr denn je nötig.

Autor:

EV Lindau Islanders aus Lindau

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