Mit fremden Dokumenten und Dolch: Bundespolizei bringt ausweislosen Russen hinter Gitter

Am Dienstagabend hat die Bundespolizei einen 48-jährigen russischen Staatsbürger in Zurückschiebungshaft eingeliefert. Die Beamten hatten bei dem Ausweislosen, der mit einem Fernreisebus eingereist war, zahlreiche polizeirelevanten Dinge gefunden.

Wie die Polizei berichtet, kontrollierte eine Streife der Lindauer Bundespolizei den 48-Jährigen am Montagnachmittag. Er war über den Grenzübergang Ziegelhaus nach Deutschland eingereist. Er war angeblich auf dem Weg von Italien nach Polen, konnte aber keinerlei einreise- und aufenthaltslegitimierende Dokumente vorweisen.

Polizei findet fremde Dokumente und einen Dolch

Bei der Durchsuchung fanden die Beamten mehrere nicht auf den Russen ausgestellte spanische, französische und italienische Papiere. Vier davon waren bereits zur Sachfahndung ausgeschrieben. Zudem hatte der 48-Jährige ein niederländisches und ein spanisches Dokument bei sich, an denen offensichtlich händisch Veränderungen vorgenommen worden waren. Die Beamten stellten auch ein verbotenes, als Taschenlampe getarntes Elektroimpulsgerät und einen Dolch mit einer 16 Zentimeter langen, beidseitig geschliffenen Klinge fest. Eine glaubhafte Erklärung dazu blieb der Russe den Polizisten schuldig.

Bei der Recherche der Bundespolizei kam heraus, dass der 48-Jährige in den vergangenen Jahren in verschiedenen europäischen Ländern insgesamt sieben Asylanträge gestellt hatte. In seiner Vernehmung gab der Mann an, auf dem Weg nach Polen zu sein, wo er erneut ein Schutzersuchen vorbringen wollte. Bereits zu Beginn der Befragung klagte der Beschuldigte plötzlich über Herzschmerzen, woraufhin er unter Polizeibegleitung mit einem Notarztwagen ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Kurz darauf konnte der vermeintliche Herzpatient jedoch mit einer Bescheinigung über seinen guten Allgemeinzustand entlassen werden.

48-Jähriger bekommt mehrere Anzeigen

Die Bundespolizisten zeigten den Mann wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz, unerlaubter Einreise, unerlaubten Aufenthaltes, Verschaffens von falschen amtlichen Ausweisen sowie Unterschlagung an und lieferten ihn nach der Richtervorführung in Zurückschiebungshaft in die Abschiebehafteinrichtung Eichstätt ein. Der Beschuldigte erhielt zudem ein zweijähriges Einreise- und Aufenthaltsverbot für die Bundesrepublik Deutschland. Nach ersten Ermittlungen ist Italien für das Asylverfahren des Russen zuständig.

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