Drei syrische Reisegruppen im Allgäu gestoppt
Bundespolizei greift 13 Migranten auf

Bundespolizisten kontrollierten in der Nacht auf Donnerstag (4. Februar) vier Insassen eines Autos mit deutscher Zulassung am Grenztunnel Füssen. Die Mitfahrer konnten sich lediglich mit bulgarischen Dokumenten ausweisen, welche jedoch nicht zur Einreise nach Deutschland berechtigen.
  • Bundespolizisten kontrollierten in der Nacht auf Donnerstag (4. Februar) vier Insassen eines Autos mit deutscher Zulassung am Grenztunnel Füssen. Die Mitfahrer konnten sich lediglich mit bulgarischen Dokumenten ausweisen, welche jedoch nicht zur Einreise nach Deutschland berechtigen.
  • Foto: Bundespolizei
  • hochgeladen von Holger Mock

Von Mittwoch auf Donnerstag (3./4. Februar) hat die Bundespolizei innerhalb weniger Stunden am Grenztunnel Füssen acht und am Bahnhof Lindau-Reutin fünf syrische Staatsbürger aufgegriffen. Drei Männer müssen sich nun wegen versuchten Einschleusens von Ausländern verantworten. Einer von ihnen sitzt bereits in Untersuchungshaft.

Mitfahrer hatten keine Einreise-Dokumente

Bundespolizisten kontrollierten in der Nacht auf Donnerstag (4. Februar) die vier Insassen eines Pkw mit deutscher Zulassung am Grenztunnel Füssen. Der syrische Fahrer, der bereits seit 2014 in Deutschland lebt und mit Wohnsitz in Niedersachsen gemeldet ist, wies sich mit seinen deutschen Flüchtlingsdokumenten aus. Im Fahrzeug befanden sich zudem drei Landsleute, bei denen es sich um ein Geschwisterpaar und dessen Cousine handelte. Die Mitfahrer konnten sich lediglich mit bulgarischen Dokumenten ausweisen, welche jedoch nicht zur Einreise nach Deutschland berechtigen.

Schleuser ist bei den Behörden kein Unbekannter

Der 37-jährige Fahrer war angeblich vom Onkel der Geschwister gebeten worden, die 18-, 23- und 24-Jährigen in Italien abzuholen und nach Niedersachsen zu bringen. Der mutmaßliche Schleuser war bereits im Herbst 2017 aufgrund einer Familienschleusung über den Grenzübergang Kiefersfelden angezeigt worden. Die Bundespolizisten entließen den 37-jährigen Fahrer nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Kempten auf freien Fuß und wiesen die mutmaßlich Geschleusten nach Österreich zurück.

Syrische Reisegruppe bei Füssen aufgegriffen

Nur wenige Minuten später stellte Kemptener Bundespolizei am Grenztunnel Füssen eine syrische Fahrgemeinschaft fest. Ein 34-jähriger Syrer, der in Österreich lebt und österreichische Flüchtlingsdokumente vorweisen konnte, hatte versucht, drei ausweislose Landsleute im Alter von 22, 25 und 26 Jahren unerlaubt über die Grenze zu bringen. Bei der Durchsuchung des Fahrers fanden die Beamten zudem einen gefälschten syrischen Führerschein auf. Wie sich herausstellte, war der Mann gar nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis.

Nach Österreich zurückgeschickt

Die Beamten leiteten den 22-Jährigen mit Asylgesuch sowie den 25-Jährigen zur Durchführung seines in Griechenland geführten Asylverfahrens an die zuständige Aufnahmeeinrichtung weiter und wiesen den 22-Jährigen nach Österreich zurück. Der 24-Jährige Fahrer erhielt Anzeigen wegen versuchten Einschleusens, Fahrens ohne Fahrerlaubnis sowie Verschaffens von falschen amtlichen Ausweisen.

Die Bundespolizisten führten den mutmaßlichen Schleuser auf Antrag der Staatsanwaltschaft Kempten dem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Kempten vor. Der Richter erließ einen Untersuchungshaftbefehl gegen den Beschuldigten, woraufhin die Beamten den Verhafteten in die Justizvollzugsanstalt Kempten einlieferten.

Dritte Reisegruppe: Syrische Familie im Zug bei Lindau

Bereits am Vorabend (3. Februar) hatten Lindauer Bundespolizisten bei der Einreiskontrolle eines Zuges aus Zürich eine fünfköpfige syrische Familie aufgegriffen. Der 47-Jährige und seine 45-jährige Frau konnten für sich und die drei Kinder im Alter von zehn, sechszehn und siebzehn Jahren lediglich griechische Flüchtlingsdokumente vorweisen, die jedoch nicht für die Einreise nach Deutschland berechtigen.

Der Familienvater fungierte offensichtlich als Organisator der Reise und muss sich nun wegen versuchten Einschleusens verantworten. Zudem musste der Mann auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Kempten eine Sicherheitsleistung in Höhe von 900 Euro zahlen. Die Bundespolizisten wiesen die Familie anschließend nach Österreich zurück

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