Voricht vor Betrugsmasche
Angebliche "Heilerinnen" erleichtern Seniorin um fünfstelligen Geldbetrag

Eine Frau ist von Anrufbetrügern um viel Geld betrogen worden. (Symbolbild)
  • Eine Frau ist von Anrufbetrügern um viel Geld betrogen worden. (Symbolbild)
  • Foto: Rainer Sturm / pixelio.de
  • hochgeladen von Josef Brutscher

Im Landkreis Lindau haben Anrufbetrüger, die sich als "Heilerinnen" ausgaben, eine 72-jährige Frau mit einer perfiden Masche um einen hohen Geldbetrag betrogen. Zwischen Mitte November und dem Jahresende hatten die Betrüger die Frau russischer Abstammung mehrmals angerufen und sie letztendlich dazu gebracht Geld auf ein ausländisches Konto zu überweisen. 

Religiöse "Behandlung"

Die Anrufe gingen von einer russischen Telefonnummer aus und wurden in russischer Sprache geführt. Die Anruferinnen verwickelten die 72-Jährige laut Polizeimitteilung geschickt in ein Gespräch, worin sie der Frau eine religiöse Beratung anpriesen. Es folgten mehrere Telefonate, in denen die Betrüger der Frau vortäuschten, nicht nur sie selbst, sondern auch die Familienangehörigen "vor allem Bösen und Schlechten" zu bewahren. Gleichzeitig wiesen die Anruferinnen die Rentnerin an, auf keinen Fall den Angehörigen von dieser religiösen "Behandlung" zu erzählen.

Betrüger drohen mit schlechter Zukunft 

Schließlich brachten die Anruferinnen die 72-Jährige dazu, für die "Behandlung" einen Gesamtbetrag im fünfstelligen Eurobereich auf ein litauisches Giro-Konto zu überweisen. Die Anrufbetrüger drohten der Frau damit, den religiösen Beistand abzubrechen, falls sie das Geld nicht überwiese. Außerdem würde den Kindern der Seniorin dann eine schlechte Zukunft bevorstehen.

Rentnerin wollte sogar Darlehen aufnehmen

Als die eingeschüchterte Seniorin weiteren Geldforderungen nicht mehr nachkommen konnte, wollte die Frau laut Polizei sogar ein Darlehen in Höhe eines weiteren fünfstelligen Betrages aufnehmen und den unbekannten Täterinnen überweisen. Weil die Bank das Darlehen nicht gewährte, wurde die Seniorin so vor einem weiteren finanziellen Schaden bewahrt.

Masche ist nicht neu

Die Lindenberger Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Betrugsmasche ist der Polizei bereits bekannt. Derzeit gehen die Ermittler davon aus, dass die unbekannten Täter russischstämmig sind und gezielt im Telefonbuch Telefonnummern von Personen mit russisch klingenden Namen aussuchen. Diese werden dann mit religiösen "Behandlungen" unter Druck gesetzt und zur Überweisung von Geld genötigt.

Die Polizei rät:

  • Seien Sie generell misstrauisch bei telefonischen Beratungsangeboten
  • Geben Sie keine Details zu Ihren familiären und finanziellen Verhältnissen preis
  • Lassen Sie sich nicht drängen oder unter Druck setzen
  • Wenn ein Anrufer Geld oder andere Wertsachen von Ihnen fordert: Besprechen Sie dies mit Familienangehörigen oder anderen Ihnen nahe stehenden Personen
  • Kommt Ihnen ein Anruf verdächtig vor, informieren Sie unverzüglich die Polizei unter der Nummer 110
  • Wurden Sie bereits mit der Masche betrogen, zeigen Sie die Tat unbedingt bei der Polizei an! Dies kann der Polizei helfen, Zusammenhänge zu erkennen, andere Personen entsprechend zu sensibilisieren und die Täter zu überführen.
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