Amtsgericht
Westallgäuer Trio verkauft Haschisch und pflanzt Cannabis an ndash Bewährungsstrafen für Rauschgifthandel

Durchaus Unterhaltungswert hatte eine Verhandlung vor dem Lindauer Amtsgericht gegen drei 20 bis 26 Jahre alte Westallgäuer. Sie waren als Bandenmitglieder angeklagt und gestanden die ihnen von der Staatsanwaltschaft zur Last gelegten Taten ohne Einschränkung. Danach hat das Trio zwischen 2005 und 2010 einen regen Handel mit Haschisch und Marihuana getrieben und zuletzt auch selbst Cannabispflanzen herangezogen.

Lockere Atmosphäre

Für eine gelöste Stimmung im Gerichtssaal sorgte nicht zuletzt der Münchner Rechtsanwalt Christian Vorländer, der eine der Angeklagten vertrat. Vorländer übernimmt auch in der Fernsehserie 'Richter Alexander Hold' regelmäßig die Rolle des Verteidigers. Richter Paul Kind sah zunächst keinen Anlass, gegen die lockere Atmosphäre vorzugehen. Denn die drei Angeklagten gaben sämtliche Taten zu.

Teils für Eigenverbrauch

Danach kaufte eine 25-jährige Westallgäuerin gemeinsam mit ihrem Freund von ihrem in Immenstadt wohnenden Bruder mehrfach Cannabis und Marihuana. Die Schwester lebte zeitweise in München und beschaffte auch dort Betäubungsmittel. Genutzt wurden sie teilweise zum Eigenkonsum, in mindestens 16 Fällen wurden sie aber gewinnbringend weiterverkauft.

Daher sei das Trio als 'Bande' anzusehen und entsprechend zu verurteilen, so der Staatsanwalt. So forderte er jeweils zwei Jahre Haft für alle drei Angeklagten – jeweils auf vier Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Den erzielten Gewinn in Höhe von 5000 Euro sollten die Angeklagten an die Staatskasse bezahlen. Zudem forderte der Staatsanwalt Geldstrafen zwischen 500 und 1000 Euro.

Keine hohe Geldauflagen

Zu diesem Zeitpunkt war es mit der gelösten Stimmung im Gerichtssaal vorbei. Alle drei Verteidiger verwiesen auf das umfassende Geständnis der Angeklagten. Dadurch habe ein Lieferant zu einer Haftstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt werden können. Auch eine Reihe von Kunden des Trios konnten ermittelt werden. Die hohen Geldauflagen seien nicht zielführend, hob Christian Vorländer hervor.

Und dem schloss sich Richter Paul Kind gemeinsam mit den Schöffen an. Er nahm den Angeklagten ihr Bekenntnis zur Drogenabstinenz und zum erfolgten 'Neustart' ab.

'Wenn wir eine Bewährungsstrafe verhängen, können wir nicht gleichzeitig eine Situation schaffen, in der es finanziell vorn und hinten nicht reicht', so Kind.

Zwei Jahre 'Drogen-Screening'

Daher verhängte das Schöffengericht Bewährungsstrafen zwischen zwölf und 21 Monaten und entschied sich zu einer besonderen Bewährungsauflage: Alle drei Angeklagten müssen mit so genannten 'Drogen-Screenings' in den nächsten zwei Jahren nachweisen, dass sie keine Drogen mehr konsumieren. Sollte das doch der Fall sein, 'gefährden sie ihre Bewährung', kündigte Richter Paul Kind an.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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