Justiz
Vorwurf: Geld von Behinderten veruntreut

Die Kriminalpolizei Lindau ermittelt im Auftrag der Staatsanwaltschaft Kempten gegen einen leitenden Mitarbeiter der Lebenshilfe im Landkreis Lindau. Er soll Gelder von Behinderten veruntreut haben, die die Lebenshilfe in Wohnheimen betreut. Die Lebenshilfe hatte die Ermittlungen durch eine Anzeige ins Rollen gebracht. Sie geht von einem Schaden in Höhe von über 10 000 Euro aus. Der Beschuldigte war seit Jahren bei der Lebenshilfe beschäftigt. Er 'genoss eine absolute Vertrauensposition', sagt Frank Reisinger, Geschäftsführer der Lebenshilfe. Sie hat dem Mitarbeiter fristlos gekündigt, zudem Eltern, Betreuer und die Regierung von den Vorwürfen informiert.

Die Lebenshilfe betreut in drei Wohnheimen etwa 100 Menschen mit Behinderung. Die meisten unterhalten Taschengeldkonten. Damit decken die Behinderten ihren persönlichen Bedarf, Kinobesuche, den Gang zum Friseur oder Ähnliches. Gespeist werden sie von eigenem Geld, etwa dem Einkommen in den Werkstätten der Lebenshilfe, oder aber durch Betreuer.

Für zwei Drittel dieser Konten hat die Lebenshilfe eine Vollmacht für Abhebungen, schildert Reisinger. Unterschriftenberechtigt war neben dem Geschäftsführer meistens auch ein leitender Angestellter.

Normalerweise landen Gelder, die von den Taschengeldkonten abgehoben werden, in einer Kasse, die im Wohnheim sicher verwahrt ist, beschreibt Reisinger. Jeder Euro, der dort entnommen wird, werde samt Belegen festgehalten.

Kontrolle umgangen

Diese Kontrolle soll der Mitarbeiter umgangen haben: Er soll Gelder von den Taschengeldkonten der Behinderten abgehoben, aber nicht in ihre persönlichen Kassen gelegt haben. Dabei machte er sich offenbar die Tatsache zunutze, dass nicht alle Betreuer die Kontoauszüge der Behinderten akribisch überprüft haben.

Gruppenkassen nicht betroffen

Gruppenbetreuern fielen laut Reisinger vor einigen Wochen Unregelmäßigkeiten auf. Derzeit geht die Lebenshilfe davon aus, dass der Mitarbeiter mindestens seit 2008 immer wieder Gelder abgehoben hat. Jetzt werde der gesamte Zeitraum seiner Mitarbeit überprüft, berichtet Reisinger.

Nicht betroffen sind laut Reisinger die Gruppenkassen der Wohnheimgruppen, in denen die Mittel des Bezirkes landen und mit denen Gemeinschaftsausgaben bestritten werden.

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