Virus
Vogelgrippe: Ente aus Lindau war infiziert

'Es gibt keine Gefahr für die Bevölkerung. Weder auf der Lindauer Insel, noch am Hafen'. Mit einem Aufruf zur Besonnenheit haben Stadt und Landratsamt Lindau gestern auf den ersten Vogelgrippefall im Allgäu reagiert. Eine Reiherente war positiv auf das Geflügelpest-Virus H5N1 getestet worden. Rund um den Lindauer Segelhafen wurde ein drei Kilometer breiter Sperrbezirk eingerichtet.

Das Landratsamt Lindau war vorbereitet. In den vergangenen zwei Wochen hatten Feuerwehren und Bauhofmitarbeiter 59 tote Wasservögel eingesammelt und untersuchen lassen. "Es ist nur eine Frage der Zeit bis die Vogelgrippe zu uns kommt", hatte Landrat Dr. Eduard Leifert vor wenigen Tagen die Lage beschrieben. Gestern um 11.15 Uhr war es soweit. Das Friedrich-Löffler-Institut hatte eine Reiherente positiv auf H5N1 getestet, ob hochansteckend, ist derzeit noch nicht klar. Das Tier war vor fast einer Woche tot im Segelhafen schwimmend gefunden worden.

Das Landratsamt hat auf die Nachricht mit "Augenmaß reagiert", wie es Tobias Walch, Leiter des Tierseuchen-Krisenstabes formulierte. Um den Fundort wurde ein drei Kilometer breiter Sperrbezirk eingerichtet. Mitarbeiter der Stadt und die Feuerwehr haben gestern Nachmittag damit begonnen, befestigte Laufflächen sowie die Uferbereiche rund um den Segelhafen von Vogelkotresten zu reinigen, einige Stellen werden desinfiziert.

Helfer in orangenen Schutzanzügen und Gasmaske gibt es in Lindau freilich nicht zu sehen, anders als vor wenigen Tagen im 60 Kilometer entfernten Überlingen. Dort sei konzentrierte Ameisensäure als Desinfektionsmittel verwendet worden, in Lindau ein weniger aggressives Mittel. "Bei uns reichen als Eigenschutz einfache Schutzanzüge" (Walch). Im Sperrbezirk gelten Auflagen, die vor allem Geflügelhalter betreffen. So können beispielsweise Vögel und Bruteier nicht mehr transportiert werden.

Einschränkungen gibt es für die Betriebe auch beim Handeln mit Geflügelprodukten. Sie dürfen beispielsweise kein frisches Fleisch oder Hackfleisch mehr aus dem Sperrbezirk bringen. Große wirtschaftliche Folgen hat das aber vermutlich nicht. 29 Geflügelhalter sind in dem Gebiet gemeldet mit zusammen 393 Tieren. "Ein Glücksfall, dass wir hier keinen großen Geflügelhalter haben", sagte Walch. Für das Landratsamt ist die tote Reiherente ein "singulärer Fall" (Leifert).

Befürchtungen, noch mehr der in den vergangenen Tagen rund um Lindau eingesammelten toten Tiere könnten an Vogelgrippe gestorben sein, haben sich nicht bestätigt. Das gilt auch für 24 verendete Wasservögel, die am vergangenen Sonntag auf einer Sandbank vor Lindau gefunden wurden. Leifert: "Sie waren alle vogelgrippefrei."

Der Landrat und die Lindauer Oberbürgermeisterin Petra Seidl mahnten gestern bei einer Pressekonferenz zur Besonnenheit. Gefahr für die Bevölkerung bestehe nicht. "Es gibt keinen Grund irgendeine Stelle auf der Insel nicht anzusteuern", so Seidl.

In der Region sind inzwischen weitere auffällige tote Vögel entdeckt und in Untersuchungslabors verbracht worden. Mit Ergebnissen ist in den nächsten Tagen zu rechnen.

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Autor:

Peter Mittermeier aus Kempten

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