Fernsehen
Sabine Rogg kämpft bei «Nachfolger gesucht» um eine Zukunft als Sennerin - Heute Ausstrahlung

Ihre rotblonden Haare spitzeln unter einem blauen Kopftuch hervor. Sabine Rogg blickt entschlossen in die Linse. Neben ihr auf der Holzbank sitzt lachend der weißbärtige Alpsenner Jakl Köhler, daneben Konkurrentin Christin aus Nordrhein-Westfalen (30) und Moderator Thomas Ohrner. «Das war ein sensationelles, unvergleichliches Erlebnis», erzählt die gebürtige Hergensweilererin beim Durchblättern der Fotos von ihren Drehtagen mit dem Bayerischen Rundfunk. Gegen Christin aus Borken kämpfte sie drei Tage lang um die Nachfolge Köhlers auf der Alpe Sonnenhalde bei Oberstaufen. Vor laufender Kamera. Heute Abend wird die Entscheidung in der Sendung «Nachfolger gesucht» ausgestrahlt.

<< Der Käsekuchen ist mir am meisten im Magen gelegen >>, gesteht die 43-Jährige. << Vor laufender Kamera sollte der nicht misslingen. >> Schließlich hat Rogg landwirtschaftliche Hauswirtschafterin gelernt. Der Kuchen war eine von mehreren Prüfungen, die Jakl Köhler sich für seine potentiellen Nachfolgerinnen ausgedacht hat: Mit Ziegen melken, Sauerampfer stechen, Hagen und Schumpen zählen mussten sich die beiden Bewerberinnen auf der Alpe Sonnenhalde vor dem 64-Jährigen beweisen. Der Alpsenner bestreitet mittlerweile seinen 31. Bergsommer und will sich jetzt zur Ruhe setzen. Neben der Käseproduktion bewirtschaftet er nach Demeter-Richtlinien knapp 70 Hektar Bergland und hält neben Ziegen, Schweinen, Bienen und Hühnern 12 Milchkühe sowie 36 Stück Jungvieh. Auch Wandergäste werden von ihm versorgt.

Die Drehtage im Juni begannen in Hergensweiler. Auf dem elterlichen Hof wurde sie zum ersten Mal von einem professionellen Filmteam aufgenommen. << Ich bin zuerst etwas zitternd dagestanden >>, erzählt sie. << Aber das Team war so locker und sympathisch, die haben mir die Anspannung genommen. >>

Gesehen hat Rogg << Nachfolger gesucht >> jedoch noch nie. Durch eine Anzeige in einer Landwirtschaftszeitung ist sie auf die Sendung gestoßen. Erst nach anfänglichem Zögern entschloss sie sich zur Teilnahme. << Man kommt in ein Alter, da merkt man, dass man das, was man macht, so bis zur Rente nicht weitermachen will >>, begründet die Hergensweilerin ihre Teil-nahme. 14 Jahre lang hatte sie als Kunststoffbearbeiterin gearbeitet, nun sollte sich etwas ändern. << Ich habe mir schon öfter vorgestellt, in der Sommersaison als Auszeit auf einer Alpe zu arbeiten >>, erzählt sie.

<< Die Bergwelt gibt einem Frieden. Da kann man einfach sitzen, innehalten, aufnehmen. >>

Gemeinsam mit ihrem Freund, mit dem sie mittlerweile aus privaten Gründen in Wiedemannsdorf (Nähe Oberstaufen) wohnt, wird die zweifache Mutter die Sendung heute von ihrem Sofa aus verfolgen. Ob sie das Rennen gemacht hat und die Nachfolge von Alpsenner Jakl Köhler nun antreten wird, verrät sie vorab noch nicht. Dass der Käsekuchen gelungen ist und dem Alpsenner gut geschmeckt hat, das schon.

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