Überraschung bei Projekt "Tiefenrausch"
Rot- statt Weißwein aus 60 Metern Tiefe aus dem Bodensee geholt

Am Samstag, 4. Juli, hat Bregenzer Winzer Sepp Möth das erste von zwei je 1.000 Litern Weiß- und Rotweinfässern aus rund 60 Metern Tiefe aus dem Bodensee geholt.
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  • Am Samstag, 4. Juli, hat Bregenzer Winzer Sepp Möth das erste von zwei je 1.000 Litern Weiß- und Rotweinfässern aus rund 60 Metern Tiefe aus dem Bodensee geholt.
  • Foto: Christian Schramm
  • hochgeladen von Stephanie Eßer

Der Bregenzer Winzer Sepp Möth hat am Samstag das erste von zwei je 1.000 Litern Weiß- und Rotweinfässern aus rund 60 Metern Tiefe aus dem Bodensee geholt. Versenkt worden waren die beiden Weinfässer Mitte Mai 2019. Jetzt sollte eigentlich mit Hilfe von so genannten Trimixtauchern das Fass mit dem Weißwein wieder ans Tageslicht geholt werden. Doch kurz nachdem der Edelstahltank am Haken hing war klar: Es ist der Rotwein.

"Ich bin froh, dass wir unter diesen extremen Bedingungen überhaupt eines der beiden Fässer bergen konnten", so Sepp Möth. Denn: Auch wenn das Wetter gut, der Wind schwach und kaum Wellen auf dem Bodensee waren, machten den insgesamt sechs Tauchern die niedrigen Wassertemperaturen und das extrem aufgewühlte Seewasser zu schaffen. In den Tagen vor der Bergung hatte es teilweise Starkwind und etliche Gewitter gegeben. "Wir waren ja teilweise schon sehr lange im Wasser und sind immer wieder getaucht, um die Markierungsboje in fünf Metern Tiefe finden zu können. Aber schon dort betrug die Sicht kaum mehr als 50 Zentimeter", so Johannes, einer der Taucher.

Der dritte und letzte Versuch

Erst im dritten und damit letzten möglichen Tauchgang konnten die Fässer schließlich ausgemacht und dann auch geborgen werden. Mit Hilfe von Bergeballons wurde das Fass erst an den Haken genommen und dann langsam bis knapp unter die Wasseroberfläche befördert und mit einem Boot der österreichischen Wasserrettung in den Bregenzer Hafen geschleppt.

Dort hatten sich rund 50 Schaulustige versammelt, die miterleben konnten, wie der Edelstahltank, der übrigens kaum verschmutzt oder mit Schlamm bedeckt war, mit einem Autokran an Land gehoben wurde. Dann wurde es noch einmal spannend, als Winzer Sepp Möth mit einer Zange das Fass aufschraubte und den ersten Schluck des Tiefenrausch Rotweins probierte. Überrascht war er zuerst von der Temperatur: "Ich dachte, da es da unten nur rund fünf Grad hat, müsste auch der Wein so kalt sein, aber der hat auch für einen Roten eine sehr angenehme Temperatur", so Möth.

Der erste Schluck: "Perfekt!"

Michaela Möth, selbst Sommeliere kommentierte kurz und begeistert nach dem ersten Schluck: "Perfekt!" Auch Weinprofessor Robert Steidl hielt das einmalige Projekt für gelungen: "Auch wenn der Wein jetzt natürlich erst einmal etwas Ruhe braucht, schmeckt er schon jetzt ausgezeichnet und die Lagerung im Bodensee ist ihm bestens bekommen", so Professor Robert Steidl, ehemaliger Leiter der Weinbauschule in Kloster Neuburg.

Wann das zweite Fass mit 100 Litern Weißwein geborgen wird, steht derzeit noch nicht fest. Sicher ist jedoch, dass der Rotwein bald schon in rund 1.333 Flaschen abgefüllt wird und als Edition Tiefenrausch auf den Markt kommen wird.

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