Gericht
Prozess in Lindau: Freispruch für Arzt mit zweifelhafter Zulassung

Hat ein 50-jähriger Österreicher bei seinem Antrag auf Approbation als Arzt in Deutschland bewusst verschwiegen, dass er in seiner Heimat wegen Delikten im Bereich der Kinderpornografie vor Gericht stand? Hat er damit seine Zulassung als Arzt nur aufgrund eines Betruges erhalten und somit seine Arbeitgeber im Westallgäu geschädigt? Richter Jürgen Müller sah das nach einer zweieinhalbstündigen Verhandlung am Amtsgericht Lindau nicht so und sprach den Mann frei.

Bereits in den 90er Jahren hat sich der inzwischen 50-Jährige durch das Erstellen und den Besitz kinderpornografischer Darstellungen und den sexuellen Missbrauch Minderjähriger schuldig gemacht. Das wurde 2011 bekannt, als der Österreicher in seiner Heimat als Arzt arbeitete. Die Folge war ein längeres Ermittlungs- und ein noch längeres Gerichtsverfahren, das sich bis 2014 hinzog.

In der Zwischenzeit betitelten die österreichischen Medien ihn unter anderem als 'Kinderporno-Arzt', weshalb er auch jetzt vor dem Lindauer Amtsgericht von einer 'medialen Verfolgung' sprach.

Der Österreicher lebt inzwischen in Wien und ist dort als Verkäufer tätig. Rund 400 Euro verdiene er nun monatlich, sagte er vor Gericht aus. Seine Approbation in Deutschland habe er freiwillig zurück gegeben, eine neue Eintragung in die Ärzteliste seines Heimatlandes strebe er momentan nicht an. Seine berufliche Karriere sei am Ende, stellte sein Verteidiger fest.

Den ausführlichen Prozessbericht mit der ganzen Urteilsbegründung lesen Sie in der Samstagsausgabe des Westallgäuers vom 22.10.2016.

Die Allgäuer Zeitung und ihre Heimatzeitungen erhalten Sie

Autor:

Olaf Winkler aus Kempten

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