Auseinandersetzung
Neue Organisation für besseren Kontakt zwischen Pflegeeltern und leiblichen Eltern geplant

Eine neue Organisation beim Lindauer Jugendamt soll den Kontakt zwischen Pflegeeltern und leiblichen Eltern verbessern: Das Jugendamt Lindau hat damit Schlüsse aus der anhaltenden Kritik gezogen. Vor allem Spannungen zwischen einer Pflegefamilie und dem Jugendamt hatten für Schlagzeilen gesorgt.

Jugendleiter Patrick Zobel nimmt die Kritik durchaus ernst. Erste Folge: «In Zukunft werden wir versuchen, dass die Pflegefamilie und die leiblichen Eltern von den gleichen Mitarbeitern betreut werden, so dass es an dieser Stelle nicht zu Reibungsverlusten kommt», erklärte er in einer eigens einberufenen Pressekonferenz. Zudem wollen er und seine Mitarbeiter noch enger den Kontakt zu den Pflegefamilien suchen. Wenn Eltern ihre Kinder zu Pflegefamilien abgeben, sei dies meist mit einer Unmenge von Konflikten verbunden, so Zodel. «Natürlich gibt es auch problemlose Fälle, wenn es um eine zeitlich begrenzte Unterbringung geht, weil die leiblichen Eltern wegen Krankheit Hilfe brauchen, oder wenn ein externer Schulbesuch ansteht», sagt Zodel. Doch spätestens, wenn die leiblichen Eltern ihre Kinder nicht freiwillig weggeben müssen, werde es schwierig.

Im Mittelpunkt stehe zwar das Kindeswohl, doch gleichzeitig sei es auch das Ziel, den leiblichen Eltern zu helfen. Von daher könne auch der Eindruck entstehen, das Jugendamt helfe eher den leiblichen Eltern, versucht Barbara Binder-Wildner, selbst Pflegemutter, und für das Jugendamt tätig in der Betreuung von Pflegefamilien, das Bild gerade zu rücken. Andererseits ist auch klar: «Je jünger ein Kind in eine Pflegefamilie kommt, um so stärker wird die Bindung, die das Kind zu den Pflegeeltern aufbaut», sagt Zobel.

73 Pflegekinder betreute das Jugendamt im Jahr 2010. Die Zahl ist seit 2005 deutlich gestiegen. Damals traten neue Gesetze zum Kinderschutz in Kraft. Seitdem werden mehr Fälle erkannt. «Wir lassen unsere Pflegeeltern nicht allein», betont Binder-Wildner.

Regelmäßige Treffen und Fortbildungen sollen Hilfe und Stärkung geben. Zudem gebe es ein Notfall-Handy, so dass Pflegeeltern auch an Wochenenden Hilfe anfordern können.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen