Interview
«Lebendiges Jahr» im Tierheim in Lindau

Rund 130 Tiere beherbergt das Tierheim Lindau derzeit. Jedes Tier hat eine Nummer - sogar die kleinste Maus. Überdurchschnittlich viele, nämlich rund 1000 Tiere sind im Jahr 2010 vom Tierheim aufgenommen worden. Sie wurden entweder dort abgeben oder irgendwo ausgesetzt, erzählt Christine Schneider, eine der Leiterinnen des Tierheims, im Interview. Und auch sonst hat das Lindauer Tierheim «ein lebendiges Jahr» hinter sich, zieht Edith Krammel, seit 15 Jahren die Vorsitzende des Tierschutzvereins, Bilanz. So feierte etwa der Tierschutzverein im Jahr 2010 sein 60-jähriges Bestehen, außerdem hat im Sommer ein Hochwasser das Tierheim schwer getroffen.

Sind die Schäden, die das Hochwasser im Sommer angerichtet hat, inzwischen behoben?

Christine Schneider: Nein, noch nicht ganz. Die Wände im Gang bei den Katzenzimmern, in denen das Wasser über einen Meter hoch stand, sind immer noch nicht ganz trocken. Bis wir sie richtig renovieren können, müssen wir bis zum Frühjahr warten. Durch das Hochwasser sind auch viele Unterlagen aus den letzen zehn Jahren zerstört worden, die nicht mehr ersetzt werden können.

Das Hochwasser war sicher einer der Tiefpunkte des Jahres 2010. Worüber haben Sie sich im vergangenen Jahr gefreut?

Schneider: Schön ist es immer, wenn Tiere doch noch ein schönes Plätzchen finden, bei denen wir befürchtet haben, dass sie für immer im Tierheim bleiben müssen. Oder wenn wir kranke Tiere bekommen, die wir dann wieder aufpäppeln, das freut uns immer sehr.

Mitte Dezember hat das Tierheim eine große Spende über 25000 Euro bekommen. Wie ist die finanzielle Lage im Moment?

Schneider: Unsere finanzielle Situation ist trotz allem sehr angespannt. Es gibt ständig etwas, das repariert werden muss. Dass wir mit der Spende die Schäden im Beton bei den Hundeunterkünften reparieren konnten, war absolut notwendig. Es sind schon Teile aus dem alten Beton herausgebrochen, an denen sich die Tiere verletzt haben.

Wie stark prägen finanzielle Probleme das tägliche Leben des Tierheims?

Schneider: Sehr stark. Vor allem weil, wenn es finanziell eng wird, am Personal gespart werden muss. Und wir brauchen jede Kraft. Wir machen Jahr für Jahr weiter, irgendwie geht es immer. Aber es gibt einfach ständig irgendetwas, das gemacht werden muss. An der einen Ecke muss eine Wand dringend gestrichen werden, wo anders ist eine Tür kaputt.

War das Jahr 2010 ein gutes oder ein schlechtes Jahr, finanziell und allgemein?

Edith Krammel: Es war ein gutes Jahr. Unsere Bemühungen wurden belohnt. Durch die Jubiläumsfeier zum 60-jährigen Bestehen des Tierschutzvereins und die Veranstaltungen drum herum, wie etwa zwei Konzerte, sind sehr viele Menschen auf uns aufmerksam geworden. Es war auf jeden Fall ein lebendiges Jahr.

Vor 60 Jahren wurde der Tierschutzverein gegründet. Wie hat er sich seitdem entwickelt?

Krammel: Damals bei der Gründung waren es höchstens zehn Mitglieder, inzwischen sind es über 800. Sechs Jahre nach der Gründung des Tierschutzvereins entstand das Tierheim.

Auch zwei Schildkröten

Was sind die Pläne des Tierheims für das kommende Jahr? Steht etwas besonderes an?

Schneider: Wir wollen auf jeden Fall im Frühjahr zum Tag des Versuchstieres ins Tierheim einladen zu einem Flohmarkt. Im Herbst soll es wie jedes Jahr einen Tag der Offenen Tür unter anderem mit Tombola geben.

Was ist eigentlich das ausgefallenste Tier, das derzeit im Tierheim Lindau beherbergt wird?

Schneider: Wir haben derzeit ein Frettchen und zwei Wasserschildkröten.

(Interview: Anna Feßler)

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