Ärzte
Keine Anlaufstelle mehr für Behandlung mit Ersatzstoff Methadon im Landkreis Lindau

Wenn sich nicht schnell Hilfe auftut, dann stehen mehr als 40 Suchtkranke in und um Lindau vor einer ungewissen Zukunft. Die einzige Arztpraxis im Landkreis Lindau, die noch bereit war, die Drogenkranken mit dem Ersatzstoff Methadon zu versorgen, wird dies nicht länger anbieten.

Der Grund: Wie schon bei anderen Substitutionsärzten im Allgäu war die Staatsanwaltschaft Kempten auch gegen den Lindauer Arzt tätig geworden. Das Verfahren wurde zwar gegen eine Geldspende an das Hospiz eingestellt, doch das Risiko, ähnlich wie seine Kollegen in Kempten und Kaufbeuren die Zulassung zu verlieren, ist ihm zu groß.

Auf Nachfrage räumt der Arzt die Verstöße ein, sagt aber auch: 'Ich bin Arzt, ich muss die Situation der Patientin berücksichtigen.' Er darf weiter praktizieren. Doch die Methadon-Abgabe an Suchtkranke will er nicht mehr leisten.

Für die Patienten heißt es nun lange Fahrten nach Ravensburg oder in andere Teile des Allgäus auf sich zu nehmen, wenn sie weiterhin im Methadon-Programm bleiben wollen. Ein Weg, der für einige zu weit und mühsam sein wird.

Mit welchem Vorurteil der Hausarzt gegenüber Drogensüchtigen aufräumt und wer in Zukunft die medizinische Versorgung übernehmen könnte, erfahren Sie in Der Westallgäuer vom 11.09.2014 (Seite 31).

Den Westallgäuer erhalten Sie im ganzen Allgäu

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ