Fasnacht
Kälte lässt die Narren kalt - 29 teilnehmende Gruppen beim Dämmersprung in Hergensweiler

Klirrend kalt ist es und windig dazu. Das Thermometer zeigt zwar 'nur' zehn Grad Minus an, aber im fiesen Ostwind ist es gefühlt deutlich kälter. Die wichtigsten Utensilien für die Zuschauer des Dämmersprungs in Hergensweiler sind deshalb Handschuhe, Mützen und lange Unterhosen. Wer klug ist, hat nach dem Zwiebelprinzip mehrere Schichten übereinander angezogen und kann so das närrische Treiben entspannter genießen.

Eine weise Voraussicht muss es der Weißnarrenzunft Hergensweiler eingegeben haben, ihren Narrensprung erstmals auf den Nachmittag zu legen und ihn mit 29 Zugnummern relativ kurz zu halten. 'Das ist bei allen eingeladenen Zünften gut angekommen und alle, die angemeldet waren, sind auch samt ihrem Narrensamen gekommen, obwohl es so zapfig ist', freut sich Zunftmeister Daniel Hess, als sich die rund tausend Hästräger nach dem Zunftmeisterempfang zum Umzug aufstellen.

Lange stehen und frieren müssen sie nicht, sofort setzt sich der närrische bunte Lindwurm in Bewegung. Jetzt regiert die Narretei und ruckzuck geht es durch die Dorfstraße, an deren Ende die warme Leiblachhalle lockt.

Während der Dreiviertelstunde, in denen die Hexen, Wölfe, Monster, Bären und allerlei gruselige Gestalten ihr Unwesen treiben, ungestüm und wild durch die Straße toben, vergessen auch die Zuschauer ihre kalten Finger, tanzen und hüpfen munter zu den hitzigen Rhythmen der Lumpenkapellen und antworten den Hästrägern willig auf ihre Narrenrufe.

Die Narren verhalten sich im Übrigen vorbildlich. Da ist die Wasserburger Feuerhexe, die sich vor einer Gruppe Kinder aufbaut und kreischend den Narrenruf fordert. Dann sieht, dass ein kleines Mädchen vor Angst fast weint.

Also lupft sie kurz ihre Maske, lächelt es freundlich an und erklärt: 'Ich bin eine Mama wie deine Mama, das ist nur eine Maske', drückt der verdutzten Kleinen einen Lutscher in die Hand, sagt Tschüss und rennt weiter. Oder der Wolf vom Wolfsrudel Maierhöfen, der einen Buben wieder auf die Beine stellt, der beim Aufheben der Süßigkeiten das Gleichgewicht verloren hat und erschrocken mitten im Umzugsweg am Boden sitzt. Aber sie wären keine Narren, wenn sie nicht auch vor allem den Mädchen und Frauen Konfetti in die Haare reiben und sie entführen würden. Die Weißensberger Monster verfrachten ihre Beute dabei in ihre Christbaumeinwickelmaschine und stellen sie gut verpackt zurück auf die Straße.

Die Stimmung ist also super, trotz der allgemein frostigen Finger und Gesichter. Vor allem Eltern und ihre Kinder sind begeistert, weil dieser Dämmersprung viel familiengerechter sei, als ein Nachtsprung

Die Wasserburger Feuerhexen wollen auf ihren Narrenruf 'Schnee!' von den Umzugsbesuchern ein 'Schneit!' hören. Die großen und kleinen Narren tun ihnen diesen Gefallen gern. Fotos: Susi Donner

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