Caritas
Jahresbilanz 2010 der Cariatas im Landkreis Lindau

«Für uns ist schon Stillstand Fortschritt», sagt Harald Thomas, Geschäftsführer der Caritas im Landkreis Lindau. Von daher ist die Jahresbilanz für das Jahr 2010 ein Erfolg. Denn während in der freien Wirtschaft ein Jahr ohne Wachstum als Misserfolgt gilt, ist Thomas froh, dass er keine Zunahme an Hilfsbedürftigen zu verbuchen hat. Zumal die Wirtschaftskrise nicht ohne Auswirkungen vorbeigezogen ist. Und noch kann Thomas keine Entwarnung geben. «Für uns werden die Folgen meist erst mit einer Verzögerung von einem Jahr sichtbar», sagt er. Denn im ersten Jahr bekommen Arbeitslose noch Arbeitslosengeld, erst wenn sie dann von Hartz IV leben müssen, treten sie den Weg zur Beratungsstelle der Caritas an.

Ebenfalls für Unbehagen sorgt eine andere Tatsache. Krisen führen zwar meist zu mehr Hilfesuchenden, doch wenn ein Aufschwung kommt, dann gehen die Zahlen nicht wieder zurück. Seit 2002 steigen die Zahlen der Hilfsbedürftigen, von daher «war 2010 Durchatmen auf hohem Niveau», beschreibt Thomas die Situation. Eine Möglichkeit zum Durchatmen will die Caritas auch den Hilfsbedürftigen geben. Ein Beispiel ist die Kurberatung. Nachdem die zuständige Mitarbeiterin nach längerer Krankheit wieder gesund ist, will die Caritas hier durchstarten. So sollen ehrenamtliche Kurlotsen in Zukunft den Erholungsbedürftigen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Nicht nur für das materielle Wohl wollen die Helfer sorgen, sondern auch für das seelische.

So ist der Mittagstisch, den sie in Lindau und Lindenberg anbietet, längst ein Treffpunkt geworden, der von Hilfsbedürftigen ebenso angenommen wird wie vom Rest der Bevölkerung.

500 Ausweise im Umlauf

Augenfälligstes Beispiel für die Angebote der Caritas sind natürlich die Tafelläden in Lindau und Lindenberg. Dabei hat sich die Zahl der Einkäufe unterschiedlich entwickelt. In Lindau gingen 2010 ungefähr 10500 Mal Waren über die Ladentheke. Im Jahr 2009 waren es noch 9960 Einkäufe gewesen. In Lindenberg hingegen verringerte sich die Anzahl der Einkäufe von 7400 auf 6650. In Lindau sind 300 Tafelausweise, die zum Einkauf im Tafelladen berechtigen, im Umlauf, in Lindenberg 200. «Ungefähr 70 Prozent der Inhaber nutzen die Ausweise», sagt Thomas.

Finanzielle Unterstützung

Im vergangenen Jahr hat die Caritas unter anderem 240 Menschen in insgesamt 384 Beratungsgesprächen in Sozial- und Lebensfragen beraten. Im Vorjahr hatten 230 Klienten in 400 Gesprächen Hilfe erhalten. Dabei zeichnet sich ab, dass 2010 die Hilfe vor allem im unteren Landkreis gebraucht wurde. 56 Prozent wohnen dort, 26 Prozent der Hilfesuchenden kamen aus dem Westallgäu. Der Rest sind Auswärtige, darunter auch Wohnungslose. Die Mehrheit (54 Prozent) waren Frauen. 2010 fragten die Hilfesuchenden seltener um finanzielle Unterstützung. 27700 Euro aus Stiftungs- und Eigenmitteln stellte die Caritas zur Verfügung, 2009 waren es noch 30000 Euro gewesen.

Der Betreuungsverein kümmerte sich 2010 um 55 Menschen, im Vorjahr waren es noch 60 gewesen. Von den 55 Betreuten hatte die Hälfte eine psychische Erkrankung, 20 Prozent waren suchtkrank.

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