Modellprojekt
Integrationsfachdienst ebnet Behinderten den Weg ins normale Arbeitsleben

Seit 1. Juni hat Harald Eberhardt einen neuen Arbeitsplatz: Der 24-Jährige unterstützt das Hausmeisterteam der Lindauer Jugendherberge. Eigentlich nichts Besonderes - käme Harald nicht aus der beschützenden Werkstatt der Lebenshilfe. Über das Projekt EVA des Bezirks Schwaben hat sich der junge Mann Stück für Stück in die Berufswelt «draußen» vorgearbeitet. Sein erster «ganz normaler» Arbeitsvertrag ist für ihn deshalb etwas ganz Besonderes.

<< Eingliederung und Vermittlung von Menschen mit Behinderung in den allgemeinen Arbeitsmarkt >> - dieser etwas hölzern klingende Name steht für EVA. Seit drei Jahren läuft das Modellprojekt des Bezirks Schwaben. Es soll behinderten Mitarbeitern der Lebenshilfe-Werkstätten helfen, im ganz normalen Berufsleben Fuß zu fassen.

<< Es passt einfach super >>

Anette Breu-Lanzendorfer arbeitet in Lindau für den von katholischer Jugendfürsorge und Diakonie getragenen Integrationsfachdienst. Dirk Umann, Betriebsleiter der Lindauer Jugendherberge, ist ganz begeistert von seinem neuen Mitarbeiter: << Es passt einfach super >>. Mit dem Wegfall der Zivildienstleistenden ab Juli hat er personell einiges umorganisieren müssen. Harald hat zwar sein Praktikum in der Herberge schon vor rund einem Jahr angefangen, als diese Entwicklung noch gar nicht absehbar gewesen ist.

Aber sie kommt ihm irgendwie doch zugute.

Der heute 24-Jährige hatte als Jugendlicher die Antonio-Huber-Schule in Lindenberg besucht. Weil sich kein Ausbildungsplatz für ihn abzeichnete, wechselte er danach ins Isnyer Stephanuswerk. Das bot ihm eine Berufsvorbereitung. Und die führte ihn schließlich in die Lindenberger Werkstätten der Lebenshilfe.

<< Schon als unser Mitarbeiter dort hat Harald aber immer wieder Außenpraktika absolviert >>, schildert Jutta Glocker, die im Sozialdienst der Lindenberger Werkstatt arbeitet. So hat der junge Mann auch in der Lindauer Stadtgärtnerei und auf dem Friedhof gearbeitet - und seine Liebe für Gartenarbeit entdeckt.

Glocker und Breu-Lanzendorfer beschlossen, Harald ins Projekt EVA aufzunehmen. Die Integrationsfachfrau klopfte bei der Lindauer Jugendherberge an.

Der neue Kollege ist für die Sauberkeit im Haus genauso zuständig wie für kleine Hausmeisterarbeiten und natürlich den Garten. << Auch unser Team hat viel gelernt >>, hat Umann beobachtet. Nicht zuletzt profitiere die Jugendherberge selbst von Harald - weil auch behinderte Gäste dort übernachten.

Mit dem Rad nach Lindau

Der junge Mann strahlt einfach. << Toll >> findet er es, dass er jetzt sein eigenes Geld verdienen darf. Auch wenn er dafür derzeit jeden Tag von Stockenweiler aus, wo er noch bei seiner Familie wohnt, mit dem Rad nach Lindau fahren muss. Im Winter will er dann den Bus nehmen.

<< Das ist eines der größten Vermittlungshindernisse in unserem ländlichen Raum >>, seufzt Breu-Lanzendorfer: Menschen mit Behinderung haben meists kein Auto, sind also auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen. Betriebe in kleineren Gemeinden sind oft nicht erreichbar.

Fragen zur Integration Schwerbehinderter an Jutta Glocker vom Sozialdienst der Lebenshilfe, Telefon (08381)8907221, oder per E-Mail: jutte.glocker@lh-lindau.de

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