Behindertenbeirat
Integration statt Fürsorge

Unter anderem um die Bereitschaft der Betriebe zur Einstellung von Menschen mit Behinderung drehte sich die Mitgliederversammlung des Behindertenbeirats in Lindau-Zech. Der zweite Vorsitzende, Anton Ziegler, berichtete aus eigener Erfahrung, wie es ist, wenn man für einen jungen ausgebildeten, behinderten Menschen eine Arbeitsstelle sucht. Der erste Handwerksmeister vertröstete ihn aufs nächste Wochenende und war dann in Urlaub. Der zweite stellte den jungen Mann einfach ein. Bei dem Versuch, die Betriebe einzuladen, um sie über die möglichen Unterstützungen bei der Einstellung von behinderten Menschen zu informieren, stoße man zunächst auf mehr Bremser als Unterstützer.

Entgegen aller Sonntagsreden und dem Grundgesetz, werde bei Einstellung sehr wohl vielfach diskriminiert, wer einen ausländischen Namen oder eine andere Hautfarbe hat, sowie wer über 40 Jahre alt oder behindert ist, so Ziegler.

Patricia Uzler und Anette Breu-Lanzendorfer erzählten von der Arbeit des Integrationsfachdienstes. Sie legten dar, wie weitreichend finanzielle Hilfen und persönliche Betreuung sein können, wenn ein Mensch mit Behinderung ins Arbeitsleben möchte. In den entsprechenden Töpfen sei sehr wohl Geld.

In seinem Tätigkeitsbericht sprach Eike von Hoyer von einem «Paradigmenwechsel». Während in vergangenen Jahrzehnten die «Fürsorge» für Behinderte im Mittelpunkt stand, wurde zuletzt mehr Wert auf «Integration» gelegt.

«Die Zusammenarbeit mit den kommunalen Behindertenbeauftragten könnte noch intensiviert werden», merkte er kritisch an. Mit dem besonderen Dank an Siglinde Merkle-Klein, die seit der Gründung des Beirates im Vorstand mitwirkte und nun ausscheidet, schloss von Hoyer.

Bei den Wahlen für die nächsten drei Jahre schenkten die Anwesenden Eike von Hoyer, Anton Ziegler, Alexander Fundele, Ingrid Reischmann und Andreas Hauber (der einzig Neue) das Vertrauen. Wer künftig welches Amt einnimmt, klären die Gewählten unter sich. Dass Eike von Hoyer an der Spitze bleibt, gilt jedoch als ausgemacht.

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