Ukraine-Krieg
Flüchtlinge im Allgäu: 300 Menschen aus der Ukraine im Landkreis Lindau angekommen

Flüchtlinge aus der Ukraine (Symbobild)
  • Flüchtlinge aus der Ukraine (Symbobild)
  • Foto: picture alliance/dpa | Marcus Brandt
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Seit Ausbruch des Krieges sind bisher rund 300 flüchtende Menschen aus der Ukraine im Landkreis Lindau angekommen. Alle haben in der Notunterkunft in Heimenkirch ihre Kontaktdaten hinterlassen. Das Ausländeramt hat insgesamt 152 ukrainische Flüchtlinge erfasst. Sie haben damit einen Aufenthaltstitel beziehungsweise eine Arbeitserlaubnis beantragt.

Hotline im Ausländeramt

"Diese Beantragung ist relativ umfangreich, da die Geflüchteten bei diesem Termin auch erkennungsdienstlich erfasst werden müssen", heißt es in einer Mitteilung des Landratsamtes. Seit Beginn des Krieges gibt es in der Flüchtlingsunterbringung teils neue interne Strukturen. Beispielsweise gibt es jetzt eine Hotline im Ausländeramt. Zwei Mitarbeiter koordinieren hier Termine für die Beantragung eines Aufenthaltstitels.

Stegmann: "enorme Herausforderungen"

Das Team in der Flüchtlingsbetreuung vermittelt unter anderem Wohnraum und unterstützt Gastfamilien und das Team im Sozialamt hilft bei der Beantragung von Sozialleistungen. "Die Herausforderungen sind enorm und wir sind dankbar für die Hilfe von den vielen Ehrenamtlichen im Landkreis", so Landrat Elmar Stegmann. Die Hilfsbereitschaft sei weiterhin groß. Aber auch die vielen Ehrenamtlichen haben große Herausforderungen zu bewältigen und wenden sich mit unterschiedlichen Fragestellungen an das Landratsamt.

Das sind die wichtigsten und häufigsten Fragen und Antworten:

An wen wende ich mich, wenn ich privat Flüchtlinge aufgenommen habe und die Herausforderungen nicht richtig eingeschätzt habe?
In den letzten Tagen melden sich immer wieder Gastfamilien, die nur vorübergehend Geflüchtete aufgenommen haben oder die überfordert sind mit der Situation. Hier unterstützt das Landratsamt aktiv und sucht nach Lösungen. Wichtig ist, dass das Landratsamt frühzeitig informiert wird und noch reagieren kann, beispielsweise durch eine Vermittlung von anderem Wohnraum. Die Mitarbeiter sind erreichbar unter fluechtlingsbetreuung@landkreis-lindau.de.

Ich habe über die Internetseite des Bayerischen Staatsministeriums des Innern, für Sport und Integration Wohnraum gemeldet und bis jetzt nichts gehört. Warum?
Es haben bereits viele Menschen privaten Wohnraum gemeldet und das Landratsamt baut darüber hinaus auch die dezentralen Unterkünfte aus. Der gemeldete Wohnraum ist gelistet und die Mitarbeiter des Landratsamtes melden sich bei Bedarf. "Bisher konnten wir alle Geflüchteten, die Wohnraum brauchen und sich bei uns gemeldet haben, vermitteln", so Carina Seiler, Geschäftsbereichsleiterin Jugend, Soziales und Migration. "Wir wissen jedoch nicht, wie sich die Lage weiterentwickelt und sind daher dankbar um bereitgestellten Wohnraum, auch wenn wir uns nicht sofort melden."

An wen wende ich mich, wenn ein Kindergartenplatz gebraucht wird oder ein geflüchtetes Kind in einer Schule angemeldet werden soll?
Für die Bereitstellung von Kindergartenplätzen sind die jeweiligen Gemeinden zuständig. Eine Schul-Anmeldung erfolgt in der Regel direkt über die Schule vor Ort.

Unter den geflüchteten Menschen sind kranke Menschen. Wer hilft?
Eine Notfallbehandlung bei einem Arzt ist in Deutschland jederzeit möglich. Das Sozialamt hilft allgemein bei der Kostenübernahme für die Krankenversorgung. Das Sozialamt ist erreichbar per E-Mail unter asyl@landkreis-lindau.de.

Bekomme ich Kosten für Unterkunft, Heizung und Strom?
Geflüchtete Menschen aus der Ukraine können in Deutschland Sozialleistungen beantragen und
im Zuge dessen werden auch Wohnungskosten erstattet. Beantragt werden diese im Sozialamt
(E-Mail: asyl@landkreis-lindau.de).

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