Würth
Firma Würth mit 66 000 Mitarbeitern, 15 000 Kunstwerken und 4 Museen

'Kunst- und Kultur ist ein Standort- und Wirtschaftsfaktor'. Alexander Warmbrunn, Leiter des Lindauer Kulturamtes, muss es wissen. Der Stadt ist es im vergangenen Jahr mit ihrer Picasso-Ausstellung gelungen 50 000 Gäste nach Lindau zu locken. Anlass für die IHK beim Neujahrsempfang das Thema 'Wirtschaft&Kultur' aufzugreifen. Zwei Gäste näherten sich ihm auf unterschiedliche Weise. Dr. Roland Doschka eher auf theoretisch-philosophische Art, Prof. Dr. Harald Unkelbach, Geschäftsführer der Würth-Gruppe, auf praktische.

Die Stadt Lindau bereitet sich gerade auf eine Chagall-Ausstellung vor. Sie soll ähnlich erfolgreich laufen wie eine Schau mit Picasso-Werken im Vorjahr. Sie brachte der Stadt nicht nur Image sondern auch einen 'monetären Mehrgewinn', wie Warmbrunn erklärte.

Rund zwei Millionen Euro seien durch die Besucher in die Kassen Lindauer Betriebe gespült worden. Ohne Unterstützung von Sponsoren sei eine solche Ausstellung aber nicht zu machen, so Warmbrunn.

Unternehmen mit vier Museen

Ein Unternehmen, das wie kein anderes hierzulande für Kulturarbeit steht, ist die Würth-Gruppe mit Sitz in Künzelsau. Sie setzt mit 180 Tochterfirmen zehn Milliarden Euro um und beschäftigt über 66 000 Mitarbeiter. Sie verfügt aber auch über eine Sammlung mit mehr als 15 000 Kunstwerken und betreibt vier eigene Museen.

4,5 Millionen Menschen haben sie bislang besucht. 'Kultur gibt jedem Menschen etwas', erklärte Dr. Unkelbach, warum sich das Unternehmen seit Jahrzehnten um Kultur kümmert. 'Sie kann Neugier und Kreativität wecken'. Sie sei zudem angesichts der Besucherzahlen 'ein Wirtschaftsfaktor für die Region'.

Die Museen sind nur ein kleiner Teil der Kulturarbeit des Unternehmens. Würth betreibt eine eigene Akademie, lobt Preise für Literatur, Kunst und Musik aus. Führungen, Workshops und Konzerte gibt es für Mitarbeiter, sie stehen aber auch der Öffentlichkeit offen. Für 'extrem wichtig' hält Unkelbach 'Architektur als Teil der Kunst und Kultur'.

So wird bei der Würth-Gruppe grundsätzlich über Wettbewerbe und mit Architekten des jeweiligen Landes gebaut. Für Unkelbach muss 'Kultur ein integraler Teil der Unternehmenskultur sein'. Immer wieder einzelne Konzerte oder Ausstellungen zu sponsern, reiche nicht. Die 'Kulturarbeit lebe von der Konstanz und der Verlässlichkeit.'

In den Augen von Professor Dr. Roland Droschka, der als Kurator mehr als 50 große Ausstellungen gemacht hat, ist Kultur in Deutschland ein 'systemrelevantes Gut'. Er warnte davor, hier den Rotstift anzusetzen. 'Die geringen Einsparungen stehen in keinem Verhältnis zu dem erheblichen Kulturschaden, der entsteht'.

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