Sozialbeirat
Die Familienpflege braucht Hilfe

Der Landkreis Lindau wird auch in diesem Jahr wieder knapp 20 000 Euro als freiwillige Zuschüsse an soziale Einrichtungen und Gruppen geben. Dem Sozialbeirat bereitet die Situation bei den beiden Familienpflegestationen Sorgen. Insgesamt 22 Beträge stehen auf der Zuschussliste, darunter die Telefonseelsorge Oberschwaben, die Lindauer Bahnhofsmission, aber auch das Hilfswerk der evangelischen Kirchen, etliche Selbsthilfegruppen und die Lindauer Bürgeraktion 'Wir helfen'. 'Es sind keine großen Beträge, aber der Landkreis möchte sich damit vor allem für das ehrenamtliche Engagement bedanken', stellte die stellvertretende Landrätin Doris Scheuerl fest.

Einziges kleines Problem: Die eigentlichen Anträge summierten sich auf 22 450 Euro. 'Wir haben aber nur 19 900 Euro im Haushalt stehen', gab Sozialhilfeleiter Peter Trommer zu bedenken.

Bei zwei Anträgen hatten die Kreisräte und beratenden Mitglieder des Sozialbeirats Bauchgrimmen: der Wunsch der beiden Familienpflegestationen Lindau und Lindenberg auf je 5000 Euro Zuschuss wurde auf 4000 Euro reduziert.

Dazu erläuterte der zuständige Landratsamtsjurist Tobias Walch, dass sich der Rechnungsprüfer noch einmal die Defizite der beiden Stationen ansehen werde. Denn eines ist für den Sozialbeirat wie auch die Verwaltung des Landratsamtes klar: 'Diese Einrichtung muss erhalten bleiben.'

Renate Schmid als frühere Kurberaterin der Caritas weiß um einige der Hintergründe, wieso die Familienpflegestationen finanziell immer in Nöten ist: 'Oft handelt es sich um Einsätze in Familien, für die die Krankenkassen nur einen Teil der Kosten erstatten – aber man kann ja diese Familien nicht im Stich lassen.'

Die Kreisrätin Rose Eitel-Schmid vertiefte das: 'Das Problem ist, dass Mütter heute oft viel zu schnell aus dem Krankenhaus entlassen werden – dann sind sie kaum in der Lage, sich selbst zu versorgen, geschweige denn mehrere Kinder. Da muss etwas grundlegend geändert werden', ist Eitel-Schmid überzeugt. Die Familienhelferin sei oft die letzte Rettung.

Die Kreisräte hoffen auf Hilfe von höherer politischer Ebene: Sie haben einstimmig die Verwaltung beauftragt, mit politischer Unterstützung wie dem Landkreistag eine bessere finanzielle Unterstützung der Familienpflege zu erreichen.

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