Jahresbilanz 2010
Betrüger in Luxuskarossen

Die Schleierfahnder im Allgäu hatten im vergangenen Jahr exakt 1228 Straftaten zu bearbeiten. Die meisten davon entfielen auf die Bereiche Ausländerrecht (381), Rauschgift (301) und Verkehr (209). Mit der Computerfahndung wurden 789 Personen und 310 gesuchte ausfindig gemacht. Die Schleierfahndung setzt sich zusammen aus der Polizeiinspektion Fahndung in Lindau sowie der Polizeistation Fahndung in Pfronten. Ermittelt wird deshalb nicht nur im Landkreis Lindau, sondern beispielsweise auch am Flughafen Memmingen, in Zügen oder am Hauptbahnhof in Augsburg.

«Leider mussten wir auch bei uns beobachten, dass die Gewalt gegenüber der Polizei zunimmt. Im August 2010 widersetzte sich ein Mann in Lindau mit gefälschten Papieren der Festnahme und verletzte dabei zwei Fahnder», schreibt Manfred Wydra von der Lindauer Fahndung in seiner Jahresbilanz. Der 27-jährige Täter flüchtete damals, konnte aber kurz darauf festgenommen werden. Es handelte sich um einen Mann aus Albanien, der sich illegal in Deutschland aufhielt. In zwei seiner Wohnungen wurden später gefälschte Reisepässe aus Lettland und Griechenland sowie über 420 Gramm Kokain gefunden.

Drei rote Ampeln überfahren

Bemerkenswert war auch eine nächtliche Verfolgungsjagd im März 2010, die sich die Fahnder mit einem gestohlenen Motorrad lieferten. Sie führte von der Autobahn ins Gewerbegebiet Wangen, wobei der Motorradfahrer mit hoher Geschwindigkeit drei rote Ampeln überfuhr und schließlich zu Fuß flüchten wollte. Er wurde gefasst und es stellte sich heraus, dass der Mann keinen Führerschein besaß.

Im November 2010 kontrollierten die Fahnder in der Robert-Bosch-Straße in Lindau einen Bentley und zwei Maserati, an denen Ausfuhrkennzeichen angebracht waren. Es stellte sich heraus, dass die Fahrzeuge im Wert von 700000 bis 800000 Euro dazu dienen sollten, das laut Polizei «erschwindelte Kapital» einer Nürnberger Firma in die Schweiz zu verfrachten.

Die Lindauer Fahnder führten eine Personenkontrolle durch und gaben ihren Nürnberger Kollegen dadurch einen wichtigen Tipp bei der Bearbeitung eines Betrugsfalles, bei dem es um eine Schadenssumme von rund 55 Millionen Euro geht. (bes, wa)

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