Modellprojekt
Am Waldsee in Lindenberg ist ein Wildnisgebiet geplant: Pläne des Umweltministeriums sorgen für Wirbel

Am Lindenberger Waldsee soll das erste Wildnisgebiet im Allgäu entstehen. Verbunden wäre das mit erheblichen Einschränkungen für Bürger. Während der Bund Naturschutz das Vorhaben unterstützt, kommt von der Waldbesitzervereinigung Westallgäu (WBV) heftige Kritik.

Ihr Geschäftsführer Andreas Täger spricht von einem herben Rückschlag für unsere Region und massiven Engriffen für die Grundbesitzer.

Die sieht die WBV für ihre jahrzehntelange umsichtige Form der Bewirtschaftung gestraft. Grund: In einem Wildnisgebiet ist jede menschliche Nutzung oder Gestaltung untersagt. Es wird deshalb auch Betretungsverbote geben.

Über Wildnisgebiete in Deutschland wird in Fachkreisen seit Monaten intensiv diskutiert. Hintergrund ist die Biodiversitätsstrategie des Bundesumweltministeriums. Demnach sollen zwei Prozent des Waldes in Deutschland in eine Wildnisfläche umgestaltet werden. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Derzeit stehen nur rund 0,9 Prozent der Waldfläche als Wildnis zur Verfügung.

Deshalb ist das Umweltministerium seit Längerem auf der Suche nach geeigneten Flächen im Allgäu. Der Waldsee soll jetzt als eine Art Modellprojekt dienen. Dabei geht es auch um die Frage, wie eine genutzte Landschaft in eine Wildnis zurückgeführt werden kann.

Bisher wurde das Thema hinter verschlossenen Türen behandelt. Offenbar rechnen die Behörden mit heftigem Widerstand. Das Wildnisgebiet soll 1,54 Quadratkilometer groß werden. Das entspricht der Größe von 150 Fußballfeldern.

Betroffen sind die Waldflächen ab den Stadtwerken entlang des Radwegs von Lindenberg nach Scheidegg bis Haus, von Haus entlang der Stromleitung Richtung Allmannsried und weiter entlang der Stromleitung Richtung Ratzenberg und unterhalb des Schneelagerplatzes zum Waldseehotel. Entsprechende Unterlagen liegen der Redaktion vor.

Mehr über das Thema erfahren Sie in der Samstagsausgabe des Westallgäuers vom 01.04.2017.

Die Allgäuer Zeitung und ihre Heimatzeitungen erhalten Sie

Autor:

Peter Mittermeier aus Kempten

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