Gesundheit
Krätze im Landkreis Ravensburg: Kein erhöhtes Infektionsrisiko für den benachbarten Landkreis Lindau

Die nur 0,2 bis 0,4 Millimeter großen Krätzmilben bohren sich unter die Haut.
  • Die nur 0,2 bis 0,4 Millimeter großen Krätzmilben bohren sich unter die Haut.
  • Foto: sa (dpa)
  • hochgeladen von Pia Jakob

Mehrere Menschen sind Berichten der Augsburger Allgemeinen zur Folge im Landkreis Ravensburg in den letzten Wochen an Krätze erkrankt. Für den benachbarten Landkreis Lindau besteht derzeit wohl kein allgemeines Infektionsrisiko. Wie das Landratsamt Lindau mitteilt, sei es aber dennoch möglich, dass es zum Beispiel in Heimen oder anderen Einrichtungen zu Krätzeerkrankungen kommen kann.

Was genau ist Krätze?
Bei der Krätze (Scabies) graben sich die weiblichen Milben kurz nach der Infektion in die oberste Hautschicht ein. Dort legen sie Kot und Eier ab. Nach drei bis sechs Wochen treten erste Immunreaktionen auf mit starkem Juckreiz - insbesondere bei Bettwärme - und ekzem-ähnlichen Hautveränderungen.

Wie wird die Krankheit übertragen?
Scabies überträgt sich durch engen Körperkontakt (Haut-zu-Haut-Kontakt, Dauer fünf bis zehn Minuten). Es besteht daher laut Landratsamt Lindau kein allgemeines Infektionsrisiko für die Bevölkerung.

Wie gefährlich ist die Krankheit?
Die Krankheit hinterlässt laut Informationen des Landratsamts bei sachgerechter Behandlung keine bleibenden Schäden. Im Ausnahmefall der Scabies Crustosa (Krustenbildung, Ausbreitung auf den ganzen Körper) ist im Einzelfall eine stationäre Behandlung notwendig. Die Krätze ist eine lästige, parasitenbedingte Erkrankung, die jedoch nicht bedrohlich ist.

Wie wird die Krankheit behandelt?
Ziel ist die Abtötung der Scabiesmilben sowie der Larven und Eier. Eine Creme mit dem Wirkstoff Permethrin bekämpft die ekzem-ähnlichen Hautveränderungen. Eine Alternative zur Behandlung stellt Ivermectin dar, das in Deutschland seit Anfang 2016 zugelassen ist. Betroffene nehmen das Medikament in Form von Tabletten ein.

Welche Vorbeugungsmaßnahmen gibt es?
Unter Alltagsbedingungen sind laut Lindauer Landratsamt keine besonderen Maßnahmen erforderlich. Dementsprechend sind Handschütteln, Begrüßungsküsse, Umarmungen von Personen mit gewöhnlicher Skabies ohne Risiko (dies gilt nicht für die Sonderform des Scabies crustosa).

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