Eishockey
Zwischenfazit und Ausblick beim ERC Lechbruck im Interview

Mehr als die Hälfte der Saison 2018/19 ist beim ERC Lechbruck absolviert. Grund genug für die Redaktion des Flößerecho (Stadionzeitung des ERC) mit Vorstand Manfred Sitter und dem Trainer der 1. Mannschaft, Jörg Peters, über das aktuelle Zwischenfazit und den Ausblick auf die nächsten Spiele zu sprechen.

Flößerecho:              Servus Manfred, servus Jörg! Wie beurteilt Ihr den bisherigen Saisonverlauf?

Manfred Sitter: Im Großen und Ganzen positiv. Unsere 1. Mannschaft ist nach wie vor im Play-Off-Rennen dabei. Am Sonntag geht es nach Türkheim, was für mich das wichtigste Spiel der laufenden Saison darstellt. Sollten wir gegen den ESV erfolgreich sein, haben wir alle Trümpfe in der Hand. Die Entwicklung im Nachwuchs ist gerade im Bereich U9 bis U13 sehr erfreulich, hier haben wir stetigen Zulauf von neuen Spielern und die Mannschaften sind sportlich erfolgreich. Die U15 kommt leider nicht richtig in Fahrt, aber die Jungs und Mädels arbeiten trotzdem weiter an sich, das gefällt mir. Unsere U20 hat eine recht dünne Spielerdecke und mußte zwischenzeitlich einige Ausfälle verkraften, hält sich aber dennoch gut im oberen Tabellendrittel.

Jörg Peters:      Ich sehe es ähnlich: Das ausgegebene Ziel ist das Erreichen eines Play-Off-Platzes, das heißt wir müssen mindestens Zweiter werden. Darum streiten sich die erwarteten Teams der SG Lindenberg/Lindau, der ESV Türkheim, der HC Maustadt und wir. Da man sich in diesem Rennen keine großen Ausrutscher erlauben darf, ärgert mich die hohe Hinspielniederlage in Oberstdorf noch immer. Aber ansonsten muss ich meiner Mannschaft ein großes Kompliment machen, denn Zusammenhalt, Einsatz und Leistungswillen sind sehr gut und auch spielerisch trägt das harte Training mehr und mehr Früchte.

Flößerecho:      Was würde denn passieren, wenn die Flößer es in die Play-Offs schaffen und am Ende auch dort erfolgreich sind und sogar aufsteigen könnten?

Manfred Sitter: Also zunächst einmal denken wir von Spiel zu Spiel und haben noch einen weiten Weg vor uns, um es überhaupt in die Play-Offs zu schaffen. Natürlich wäre es super, vor allem wenn man zwei Jahre zurück denkt und sich an die aufkeimende Euphorie rund um das Viertelfinale gegen Schliersee/Miesbach erinnert, in dem wir ganz knapp im Penaltyschießen auf den letzten Metern gescheitert sind. Das war schon eine ganz tolle Sache.

Jörg Peters:      Wir gehen bei jedem Spiel auf das Eis mit der Einstellung zu gewinnen. Solange jeder seinen Job erledigt und für seine Mitspielern einsteht ist alles möglich. Klar ist aber auch: Die Konkurrenz schläft nicht und hat dasselbe Ziel. Die Liga ist diesmal derart ausgeglichen, dass man ein Spiel nicht mal eben im Vorbeigehen gewinnen kann. Wir werden in jedem Fall alles dafür tun, um Erfolg zu haben.
Flößerecho:      Und bei einem möglichen Aufstieg, wie würde es in diesem Fall aussehen?

Manfred Sitter: Wie gesagt, halten wir alle erst einmal die Pferde still und machen in Ruhe unsere Hausaufgaben. Der Grat zwischen Erfolg und Misserfolg kann sehr schmal sein. Sollte uns der Weg tatsächlich an das Tor der Landesliga führen, dann werden wir den Aufstieg wahrnehmen. Aber auch dann werden wir unser Credo nicht aufgeben und weiter konsequent unsere Marschroute verfolgen: Der Großteil der 1. Mannschaft soll auch zukünftig aus den eigenen Reihen kommen, ergänzt mit Spielern aus der Region, die uns sportlich weiterhelfen und menschlich zu uns passen.

Jörg Peters:      Ich kann nur für die Mannschaft sprechen. Sie hat Potenzial und ist entwicklungsfähig. Jeder Sportler will versuchen so weit wie möglich zu kommen und da setzen wir uns keine Grenze. Die Motivation ist vorhanden den nächsten Schritt zu machen. Man sollte sich jetzt aber nicht unnötig unter Druck setzen und vom Aufstieg sprechen. Das ist vom Zeitpunkt noch verfrüht.

Flößerecho:     Ein Thema ist ja auch, wie es mit dem Lechparkstadion weitergeht. Wie ist hier der Stand?

Manfred Sitter: Uns ist allen klar, dass eine Weiterentwicklung des Eishockeystandorts Lechbruck mittel- bis langfristig nur mit der Überdachung des Eisstadions stattfinden kann. Den zusätzlichen Aufwand den wir bereits heute betreiben müssen, um mithalten zu können, ist für den Verein immens. Die „Interessengemeinschaft Dach“, hat ein tragfähiges Gesamtkonzept vorgelegt und ist derzeit mit der Gemeinde Lechbruck im Diskurs. Auch der ERC ist bereit im Rahmen der Möglichkeiten alles Notwendige für dieses Projekt zu tun. Jetzt geht es darum, den Gesprächen Taten folgen zu lassen. Gelingt es uns auch diesmal nicht das Vorhaben umzusetzen, wird es den ERC auf lange Sicht in der heutigen Form nicht mehr geben.

Jörg Peters:             Es ist für mich unverständlich, dass die Überdachung des Lechparkstadions nicht schon längst in Angriff genommen wurde. Wenn ich mir das große Potenzial des ERC anschaue, bei der 1. Mannschaft genauso wie im Nachwuchs, dann tut es einfach weh zu sehen, wie viel mehr möglich wäre, wenn durchgängig trainiert werden könnte, ohne durch Wettereinflüsse immer wieder ausgebremst zu werden. Wir sprechen hier von einem klaren Wettbewerbsnachteil. Dazu kommt: Das Dorf Lechbruck mit 2.800 Einwohnern schafft es mit enormen Anstrengungen des ERC mit einer 1. Mannschaft, einer 1b und fünf Nachwuchsmannschaften insgesamt sieben Eishockeymannschaften mit Perspektive auf die Beine zu stellen. Das ist deutschlandweit einmalig und macht mich einfach stolz ein Teil davon zu sein. Gleichermaßen muss ich auch mal meinen Dank an die ERC-Vorstandschaft aussprechen, die kompetente und intensive Arbeit leistet, um das Eishockey in Lechbruck weiter voran zu bringen. Dieser Verein und diese Gemeinde haben es sich in sportlicher wie sozialer Hinsicht verdient, dass das Konzept der Überdachung des Eisstadions nun endlich angeschoben wird.

Flößerecho:   Das sind klare Worte und ich bedanke mich schon mal bei euch beiden für eure Antworten. Zum Abschluss noch die Frage: Wie geht das Spitzenspiel am Sonntag in Türkheim aus?

Manfred Sitter:    Ich tippe auf ein 4:3 nach Penaltyschießen für uns.

Jörg Peters:   Ich tippe nicht. Meine Tochter sagt immer du musst einfach gewinnen!

Flößerecho:   Herzlichen Dank und viel Erfolg für die kommenden Wochen!

Autor:

Manfred Sitter aus Füssen

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