Eishockey
ERC Lechbruck verspielt 4:1-Führung und verliert nach Penaltyschießen

Das Spitzenspiel zwischen dem ERC Lechbruck (blaue Trikots) und dem ESV Türkheim ging mit 5:6 nach Penaltyschießen an die Gäste.
  • Das Spitzenspiel zwischen dem ERC Lechbruck (blaue Trikots) und dem ESV Türkheim ging mit 5:6 nach Penaltyschießen an die Gäste.
  • Foto: Michael Straub
  • hochgeladen von Manfred Sitter

Das Spitzenspiel der Eishockey-Bezirksliga Gruppe 4, zwischen dem ERC Lechbruck und dem Tabellenführer ESV Türkheim, war vor rund 180 Zuschauern ein Wechselbad der Gefühle und am Ende nehmen die Gäste zwei Punkte aus dem Lechpark mit. Dem ERC bleibt anstatt der erhofften drei Punkte nur einer übrig. Erstmals nach langer Verletzungspause war Torhüter Lukas Bauer als Backup für Patrick Dietl wieder im Aufgebot. Florian Graml schnürte doch noch einmal vor seiner anstehenden OP die Schlittschuhe und stellte sich zur Verfügung.

Die Flößer starteten furios ins Spiel und nahmen sofort das Heft in die Hand. Bereits nach zwei Spielminuten jubelten die ERC-Fans erstmals, als Jonas Seitz ein Zuspiel von Fabian Bacz zum 1:0 nutzte. Lechbruck, über das gesamte erste Drittel drückend überlegen, lief einen Angriff nach dem anderen auf das von Kevin Geiger gehütete Gästetor. In der siebten Minute dann ein Powerplay des ERC: Ruhig und überlegt lassen die Lecher die Scheibe und den Gegner laufen, bis Matthias Erhard die Lücke sieht, Jonas Seitz anspielt und dieser nur noch ins leere Tore zum 2:0 einschieben muss.

Zu Beginn des zweiten Drittels schien es wie gehabt weiterzugehen: Zwei Minuten waren gespielt da klingelte es erneut im Tor des ESV Türkheim. Jonas Seitz bediente Florian Graml und der schießt humorlos zum 3:0 ein. Nun folgte ein Sturmlauf der Lecher, zahlreiche hochkarätige Torchancen setzten die Gäste aus dem Unterallgäu gewaltig unter Druck. Es war der mangelhaften Chancenverwertung des ERC geschuldet, dass die Blau-Weißen zu diesem Zeitpunkt nicht schon weitaus höher führten. Im Gegensatz dazu konnte Türkheim mit einem Konter zum 3:1 verkürzen (30.), wobei diesem Treffer ein nicht geahndetes Foul an Marek Hatas vorausging. Dieser antwortete dann auf seine Art: Der ERC wieder in seiner „Paradedisziplin Powerplay“ mit einem Mann mehr auf dem Eis, spielte erneut gekonnt über Matthias Köpf und Fabian Bacz den freistehenden Marek Hatas an, der ESV-Goalie Geiger mit einem ansatzlosen Schuss ins rechte obere Kreuzeck keine Chance ließ. 4:1 für den ERC Lechbruck nach 35 Spielminuten und kaum Anzeichen, dass Türkheim hier nochmal gefährlich werden würde. War dieser Gedanke auch in den Köpfen der Flößer? Denn plötzlich schalteten die Hausherren einen Gang zurück und ließen die Türkheimer in der 37. Minute auf 4:2 herankommen.

Im letzten Abschnitt kamen die Gäste entschlossener aus der Kabine und konnten nach 53 Sekunden zum 4:3 verkürzen. Man spürte nun deutlich, dass Türkheim hier nochmal alles versuchen will und die Flößer mental irgendwo zwischen „Schockstarre und Ruhe bewahren“ lagen. Die Lecher kämpften gegen das Aufkommen des ESV an erneut sorgte der an diesem Abend glänzend aufgelegte Jonas Seitz in der 44. Minute für das 5:3 und damit für ein vermeintlich beruhigendes Zwei-Tore-Polster. Nun kam aber der ausschlaggebende Knackpunkt des Spiels: Lechbruck zog reihenweise Strafzeiten und machte sich somit selbst das Leben schwer. Von der 46. bis zur 55. Minute spielte der ERC meist in Unterzahl. Das kostete den Hausherren Kraft und spielte jetzt natürlich dem ESV Türkheim in die Karten. So nutzten die Unterallgäuer ein Überzahlspiel in der 52. Minute zum 5:4 und gerade als die letzte Strafzeit des ERC abgelaufen war konnte Türkheim tatsächlich zum 5:5 ausgleichen (56.). Ohne Not hat man hier die Gäste wieder ins Spiel gebracht. Das Momentum lag jetzt sogar eher bei Türkheim. Bis zum Ende war es nun ein offener Schlagabtausch, doch es blieb beim 5:5 nach 60 Minuten.

Das Penaltyschießen mußte über Sieg und Niederlage entscheiden. Und da waren die Gäste die glücklicheren Sieger und holten sich den Zusatzpunkt.

Vorsitzender Manfred Sitter: „Ich muss unserem Team für das erste Drittel und die ersten Minuten im zweiten Drittel ein Kompliment aussprechen. Das war eine deutliche Überlegenheit gegen den aktuellen Tabellenführer und spielerisch wohl die beste Leistung in der bisherigen Saison. Dann aber ab der Hälfte des Spiels unser zweites Gesicht: Überheblichkeit. Dieses Spiel dürfen wir im Leben nicht verlieren, aber dazu muss man eben 60 Minuten durchziehen und darf nicht den Gegner unnötig stark machen. Wollen wir uns in dieser engen Spitzengruppe durchsetzen, dann müssen wir uns jetzt anschnallen und unser Potenzial regelmäßig sechzig Minuten aufs Eis bringen.“

Nächstes Spiel:
Sonntag, 22.12.2019, 17:00 Uhr: ERC Lechbruck – SG Oberstdorf/Sonthofen

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