Eishockey
ERC Lechbruck setzt Siegeszug in Türkheim fort

Beide Mannschaften schenkten sich nichts. Am Ende behielt der ERC Lechbruck (weiße Trikots) gegen seinen engsten Verfolger ESV Türkheim mit 4:2 die Oberhand.
  • Beide Mannschaften schenkten sich nichts. Am Ende behielt der ERC Lechbruck (weiße Trikots) gegen seinen engsten Verfolger ESV Türkheim mit 4:2 die Oberhand.
  • Foto: ERC Lechbruck
  • hochgeladen von Manfred Sitter

Der ERC Lechbruck ist momentan das Maß aller Dinge in der Eishockey-Bezirksliga Gruppe 4. Durch eine bärenstarke Leistung in einem tollen Eishockey-Topspiel, siegten die Lecher auch auswärts beim engsten Verfolger ESV Türkheim mit 4:2. Nun hat der ERC elf Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten und steht mit einem Bein in den Play-Offs.

Es war der passende Rahmen für ein Topspiel, das seinen Namen wahrlich verdient hat. Bereits beim Warmlaufen konnte man bei beiden Teams erkennen, das viel auf dem Spiel steht. Und so startete man auch ins mit Spannung erwartete Duell: Bissig, konzentriert und von Beginn an mit Vollgas. Der ERC zeigte sich über das gesamte Match spielerisch reifer und in den entscheidenden Situationen entschlossener. Türkheim setzte auf Kampfesstärke und gefährliche Tempogegenstöße. Die besseren Chancen hatten die Flößer, doch der „Dosenöffner“ ließ auf sich warten. In der 17. Minute war es aber dann soweit: Eine Co-Produktion der beiden U20-Youngster Josef Bayrhof und Lukas Fischer landete bei Fabian Bacz, der zum umjubelten 0:1 für Flößer vollstreckte. Mit diesem knappen Zwischenstand ging es in die erste Pause.

Im zweiten Durchgang starteten die Lecher in Überzahl, konnten jedoch noch kein Kapital daraus schlagen. Mit schnellen und zielstrebigen Kombinationen wurde das von Kevin Geiger gehütete ESV-Tor gestürmt. Doch in der 24. Minute war auch er machtlos, als der agile Patrick Völk ein Zuspiel vom wieder genesenen Dominik Kösl aufnahm und das 0:2 für den ERC markierte. Die Blau-Weißen waren nun die dominierende Mannschaft und setzten Türkheim stark unter Druck. Diese konterten aber immer wieder gefährlich, so dass die Lecher Abwehr teilweise Schwerstarbeit verrichten mußte. Der glänzend aufgelegte Lukas Bauer im ERC-Tor mußte einige Male in höchster Not retten und zeigte einige herausragende Saves. In der 30. Minute allerdings mußte er das erste Mal hinter sich greifen, als dem ESV Türkheim in doppelter Überzahl durch Michael Urbanek der 1:2-Anschlusstreffer gelang. Die Flößer hielten dem nun stärker werdenden Anrennen der Hausherren weiterhin prima Stand und kamen selbst immer wieder brandgefährlich vor das ESV-Tor. So auch in der 35. Minute: In Überzahl schnürte man die Hausherren im eigenen Drittel ein und vergab beste Einschussmöglichkeiten am Fließband. Als gerade die Strafzeit der Hausherren abgelaufen war, landete ein Pass von Marek Hatas bei Matthias Erhard, der freistehend vor dem Tor in den rechten Winkel traf. ESV-Goalie Kevin Geiger verschob bei diesem Treffer das Tor, was die Schiedsrichter dazu bewog, den Treffer nicht anzuerkennen. Eine Fehlentscheidung, was nicht nur die rund 50 mitgereisten ERC-Fans so sahen. So blieb es beim knappen 2:1-Vorsprung der Gäste aus dem Ostallgäu und diesen wollte die Peters-Truppe in die zweite Pause retten. Doch kurz vor der Pausensirene dann die nächste kuriose Situation: Lukas Fischer läuft alleine aufs Tor und hat die nächste hochkarätige Chance auf dem Schläger, doch Geiger hält. Im Gegenzug dann ein schneller Konter der Türkheimer, die Lecher brachten den Puck nicht aus dem eigenen Drittel und ein Befreiungsschuss landete direkt bei einem Verteidiger der Hausherren. Dieser schoss eher unplatziert in Richtung ERC-Tor, doch der Puck wird unglücklich von einem ERC-Verteidiger ins eigene Tor abgefälscht – 2:2 und plötzlich war wieder alles offen.

Der letzte Abschnitt bot dann Spannung und Dramatik pur. Beide Mannschaften schenkten sich nichts und warfen alles in die Waagschale was sie hatten. Beide Goalies verhinderten mit tollen Paraden zunächst weitere Treffer. In der 52. Minute dann aber wieder ein Powerplay des ERC und Marcus Köpf spielte Patrick Völk an, der Geiger keine Chance ließ und den ERC erneut in Führung brachte. Türkheim reagierte nun mit wütenden Angriffen, doch die ERC-Abwehr stand stabil. Souverän und konzentriert nahmen die Flößer dem ESV jede Menge Zeit von der Uhr. In der 58. Minute dann eine Strafzeit für Türkheim und Jörg Peters zog eine Auszeit, um seine Jungs noch einmal zu instruieren. In Folge dessen wurde das Powerplay ruhig und mit dem Schwerpunkt auf Scheibenbesitz gespielt, damit weitere Sekunden von der Uhr genommen werden. 30 Sekunden vor Schluss dann eine Strafzeit für Lechbruck. Nun nahm Türkheim eine Auszeit und tüftele aus, wie nun der Lucky Punch gesetzt werden soll. ESV-Trainer Michael Fischer nahm seinen Torhüter zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis und seine Mannen waren somit in einer 6:4-Überzahl. Türkheim spielte nun „Alles oder Nichts“ und startete einen letzten Angriff auf das ERC-Tor. Dieser wurde aber sehr gut von den Flößern geblockt und der Puck landete bei Lukas Zugmaier, der ERC-Kapitän Matthias Erhard mit einem Zuckerpass auf die Reise schickte und „Hias“ Erhard ließ sich nicht zweimal bitten: Ein Schuss ins verlassene Türkheimer Tor (60.) und der verdiente 4:2-Auswärtssieg im Spitzenspiel gegen einen ebenbürtigen Gegner war unter Dach und Fach.

Vorsitzender Manfred Sitter: „Gratulation an unsere Mannschaft und die beiden Trainer für einen verdienten Sieg. Das war heute von beiden Teams ein schönes und schnelles Eishockeyspiel auf höchstem Bezirksliganiveau. Wir waren vielleicht spielerisch einen Tick besser und letztlich in den entscheidenden Momenten entschlossener. Eine reife Leistung und ein ganz starker Fight vom ersten bis zum letzten Mann. Jetzt gilt es dieses Niveau auch in den nächsten Spielen zu bestätigen.“

Nächste Spiele:
Freitag, 24.01.2020, 19:30 Uhr: ERC Lechbruck – HC Maustadt
Sonntag, 26.01.2020, 18:00 Uhr: SG Oberstdorf/Sonthofen – ERC Lechbruck

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