Eishockey
ERC Lechbruck: INSIDE-Interview

Standen Rede und Antwort: Manfred Sitter (rechts) und Jörg Peters (links) vom ERC Lechbruck.
  • Standen Rede und Antwort: Manfred Sitter (rechts) und Jörg Peters (links) vom ERC Lechbruck.
  • Foto: ERC Lechbruck
  • hochgeladen von Manfred Sitter

Bevor die Eishockeysaison in die heiße Phase geht, haben wir uns mit zwei Verantwortlichen des ERC Lechbruck über ihr Zwischenfazit und den Ausblick auf den weiteren Verlauf der Spielzeit unterhalten. Zum Interview trafen wir Manfred Sitter, den 1. Vorsitzenden des ERC Lechbruck und Jörg Peters, den Trainer der Flößer und damit des aktuellen Tabellenführers der Eishockey-Bezirksliga Gruppe 4.

Frage:
Wie sieht euer Fazit über den bisherigen Verlauf dieser Saison aus?

Jörg Peters:
Mein Fazit ist bislang recht positiv. Es ist in meinen Augen ein Prozess der in unserer Mannschaft stattgefunden hat. Die Jungs setzen Vorgaben zur vollsten Zufriedenheit um, es ist der Wahnsinn mit welcher Begeisterung sie an sich arbeiten, es macht richtig Spaß mit diesem Team. Ich hoffe natürlich, dass das jetzt so weitergeht. Jetzt haben wir etwas Verletzungspech mit dem Ausfall unseres Kapitäns, Matthias Erhard, für den die Saison leider beendet sein wird. Jetzt müssen andere in die Bresche springen und ich bin guter Hoffnung, dass wir unseren Weg weiter gehen werden, um unsere Ziele zu erreichen.

Manfred Sitter:
Wir sind Tabellenführer mit elf Punkten Vorsprung. Vor allem die Auftritte in Lindenberg und in Türkheim haben mich richtig stolz gemacht. Das waren Auswärtsspiele gegen ebenbürtige Gegner und unsere Mannschaft hat beides souverän und spielerisch überzeugend gelöst. Lechbruck hat seit jeher den Ruf eine äußerst kampfstarke Mannschaft aufzubieten. Nun kommt aber auch noch eine spielerische Weiterentwicklung hinzu und die mentale Überzeugung, jedes Spiel auch bei einem Rückstand drehen und gewinnen zu können. Wir sind auf einem guten Weg und der ist noch lange nicht zu Ende.

Frage:
Was sind denn die Ziele und wohin soll der Weg führen?

Jörg Peters:
Mein persönliches Ziel und auch das der Mannschaft ist zunächst das Erreichen der Play-Offs. Dort wollen wir soweit wie möglich kommen und so Gott will, wenn wir es schaffen sollten, auch aufsteigen. Ich möchte mit dieser Mannschaft und auch für den Verein raus aus dieser Liga, andere Ziele haben. Das wollen wir gemeinsam erreichen und dazu gehört nicht nur die Mannschaft, sondern auch die Vorstandschaft, Betreuer, das Umfeld, wir sind ein Team und wenn wir so weiter machen wird das auch ganz gut ausschauen.

Manfred Sitter:
Ich bin jetzt seit zwei Jahren ERC-Vorstand und habe mich bereits zu Beginn meiner Amtszeit klar positioniert, das gilt selbstverständlich auch heute noch. Ich sehe die sportliche Heimat der 1. Mannschaft in der Landesliga, die heute mindestens das Niveau der Bayernliga aus früheren Jahren hat. Dieses Ziel wollen wir mit einer Mannschaft erreichen, die zum Großteil aus Eigengewächsen besteht, ergänzt mit Verstärkungen aus der Region. Wenn wir in der Entwicklung so weiter machen ist es nur eine Frage der Zeit, wann wir den Aufstieg packen. Man darf jetzt aber nicht vergessen, dass von diesmal 33 Mannschaften nur zwei aufsteigen werden.

Frage:
Wie schätzt ihr die Chancen in den bald anstehenden Play-Offs ein? Womöglich kommt es ja im Viertelfinale zum Derby gegen die SG Bayersoien/Peiting 1b.

Manfred Sitter:
Verteile nie das Fell bevor der Bär erlegt ist! Aber okay, es müsste schon mit dem Teufel zugehen. Ein Pflichtspiel-Derby gegen Bayersoien gab es, meine ich, zuletzt in den 90er Jahren, damals noch mit Ken Latta im Soier Trikot. Die Kassierer beider Vereine würden sich die Hände reiben. Ein zuschauerträchtiges Lokalderby im Viertelfinale wäre doch top. Dann gibt es natürlich mit Germering und Regen zwei Clubs, die enorm in den Kader investiert haben. Die weiteren „Verdächtigen“ Waldkraiburg und Schliersee haben eine sehr gute Breite auf spielerisch starken Niveau. Aber wir werden es nehmen wie es kommt.

Jörg Peters:
Gut, was die Gruppen 1 und 2 anbetrifft, muss ich ehrlich sagen, habe ich noch keine Ahnung. Sollte es darauf hinauslaufen, dass wir Erster bleiben und Bayersoien/Peiting in der Gruppe 3 Zweiter wird, dann wird das natürlich nochmal eine ganz andere Nummer. Bayersoien/Peiting hat enorm aufgerüstet, aber ich muss sagen, wenn wir so weiterspielen, habe ich vor keinem Gegner Angst. Wenn wir weiterkommen wollen, müssen wir eh jeden Gegner schlagen.

Frage:
Jörg, jetzt bist du zwei Jahre Trainer der 1. Mannschaft, wie siehst du die Entwicklung rund um die Mannschaft, im Verein, den Nachwuchs, das Eisstadion? Was könnte man besser machen?

Jörg Peters:
Als ich damals begonnen habe, machte ich mir gar keine so große Gedanken, weil ich es eigentlich nur bis Saisonende machen wollte. Aber da es mir so großen Spaß bereitet hat, mit den Jungs und dem Verein zu arbeiten, muss ich sagen, was in Lechbruck abgeht, von der jüngsten Mannschaft im Nachwuchs bis zur 1. Mannschaft, bei einer Einwohnerzahl von knapp 3000, das ist in Deutschland einzigartig. Nun bin ich ja auch schon eine Zeit lang beim Eishockey dabei und kenne mich etwas aus, aber ich finde keinen vergleichbaren Verein. Deshalb ist es für mich unverständlich, dass man eine riesige Diskussion über eine Überdachung des Lechparkstadions auslöst. Da kommt man einfach nicht daran vorbei. Man hätte ganz andere Trainingsmöglichkeiten, der Verein könnte weiter kommen. Jetzt lass es mal regnen oder schneien, da kannst du nicht trainieren oder spielen und hast einfach eine Wettbewerbsverzerrung. Deshalb „Hut ab“ vor dem ERC Lechbruck, so wie es ausschaut nimmt das ja kein Ende: Im Nachwuchs kommen junge Kinder mittlerweile von überall her, wollen nach Lechbruck zum Eishockey. Also ich finde das ganz toll hier und mit dem Thema Überdachung muss man einfach auf einen Nenner kommen und ein Dach bauen. Da gibt es für mich nichts anderes.

Frage:
Manfred, sind die zwei Herausforderungen Aufstieg und Überdachung des Eisstadion den für den ERC überhaupt stemmbar?

Manfred Sitter:
Beide Ziele sind stemmbar. Sportlich sind wir, wie schon erwähnt, bereits jetzt auf einem sehr guten Level. Zudem haben wir einen starken Nachwuchs, der uns auch in der Zukunft noch sehr viel Freude bereiten wird. Wir haben den großen Vorteil, dass wir viele kleine und mittlere Sponsoren haben und keine Abhängigkeit von einem Großen. Durch unsere zahlreichen Veranstaltungen, die wir im Fasching oder während der Sommermonaten durchführen, durch Mitgliederzuwächse und Spenden haben wir eine solide finanzielle Basis. Die Mehrkosten in der Landesliga sind überschaubar. Was die Überdachung des Stadions angeht, da gibt es mehrere Varianten. Allein wird der ERC das Eisstadion nicht betreiben können, das ist klar. Wenn es uns gelingt, gemeinsam mit der Gemeinde konstruktive Gespräche zu führen, Lösungen zu finden und auch selbst aktiv zu werden, dann ist dieses Projekt realistisch. Wir sind zum Beispiel auf der Suche nach einem Namenssponsor, einem oder mehreren Unternehmen, die in das Konzept investieren. Es gibt viele Ideen, man muss es nun angehen.

Frage:
Im Hinblick auf die Play-Offs: Gibt es noch ein paar Worte von euch an die Fans?

Jörg Peters:
Generell würde ich mir wünschen, dass wenn wir doch mal zurückliegen, dass unsere Anhänger einen Aufschrei machen und uns nach vorne peitschen. Vielleicht stellt der Verein unseren Anhängern mal eine Trommel zur Verfügung. Jeder der selbst Eishockey gespielt hat weiß, was es in einem Spieler bewirkt, wenn am Rande der Bande die Zuschauer rasen und die eigene Mannschaft nach vorne treiben. Da geht das Adrenalin hoch und das ergibt nochmal eine kleine Leistungssteigerung. Das würde ich mir wünschen und meine das absolut positiv.

Manfred Sitter:
Absolut erfreulich ist unsere Zuschauerentwicklung. Wir zählen im Schnitt regelmäßig rund 200 Zuschauer, da sind wir in der Bezirksliga ganz oben mit dabei. Vom Kleinkind bis zum Rentner, in Lechbruck sind alle beim Eishockey, das ist doch super. Ich bin mir auch sicher, dass spätestens in den Play Offs unsere Fans wieder mächtig Gas geben werden und der Zuschauerschnitt nochmal steigen wird. Und eine Trommel stellen wir gern zur Verfügung.

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