Zeugin beobachtet Vorfall in Lauben-Heising
Jugendliche scheuchen Tiere auf: Kuh läuft auf Bahngleis und wird getötet

Zwei Jugendliche haben in der vergangenen Woche in Kempten Kühe aufgescheucht. (Symbolbild)
  • Zwei Jugendliche haben in der vergangenen Woche in Kempten Kühe aufgescheucht. (Symbolbild)
  • Foto: Datadama von Pixabay
  • hochgeladen von Svenja Moller

Bereits am Donnerstag Abend (06. Mai) gegen 20:45 Uhr ist in Heising (Gemeinde Lauben) eine Kuh auf ein Bahngleis gelaufen und dabei von einem Zug erfasst und getötet worden. Die Kuh war zuvor im mehrere Kilometer entfernten Bereich Nasengrub ausgebüxt. Wie die Polizei jetzt mitgeteilt hat, deutete zunächst alles auf einen Unglücksfall hin. Doch dann meldete sich eine Zeugin bei der Bundespolizei.

Im Zug befanden sich während des Unfalls vier Personen. Keiner wurde verletzt. Nach ersten Schätzungen entstand ein Sachschaden in Höhe von mindestens 20.000 bis 30.000 Euro. Die Bahnstrecke war zwei Stunden lang gesperrt.

Ein Verschulden des verantwortlichen Landwirts schien nach der Begutachtung der Weide und der Einzäunung unwahrscheinlich. Der Landwirt, der den Weidezaun noch am Nachmittag überprüft hatte, gab an, dass bereits am frühen Abend zwei Kühe ausgebrochen seien, von denen er jedoch auch nach einer aufwendigen Suchaktion nur eine hatte einfangen können.

Zeugin beobachtet Mädchen, die die Kühe aufscheuchen

Am Samstag meldete sich dann eine Zeugin bei der Bundespolizei. Sie gab an, dass ihr am Unfalltag gegen 17:25 Uhr zwei Mädchen (vermutlich zwischen 14 und 17 Jahren) auf dem Weg entlang der Weide aufgefallen waren, die getanzt hätten und herumgesprungen seien. Als die beiden bemerkten, dass sie mit ihrem Verhalten die Tiere erschrecken, hörten sie aber nicht auf, sondern setzten das Tanzen und Herumspringen noch intensiver fort und gingen sogar noch weiter auf die Kühe zu.

Die Mädchen waren im Partnerlook mit grauen Kapuzenpullovern, hellen High-Waist-Hosen sowie weißen Sneakers bekleidet und trugen weiße Kopfhörer. Die Bundespolizei Kempten ermittelt wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr und bittet um sachdienliche Hinweise an die Telefonnummer 0831 540798-0.

Die Bundespolizei warnt

In diesem Zusammenhang warnt die Bundespolizei davor, Weidetiere, insbesondere in der Nähe gefahrenträchtiger Orte, absichtlich aufzuscheuchen oder gar zu erschrecken. Sie appelliert auch in Hinblick auf fragwürdige und gefährliche Trends in den sozialen Medien wie der "Kulikitaka-Challenge", bei der vor allem Kühe erschreckt werden, sensibel mit den Tieren umzugehen.

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