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Sechs Allgäuer Häuser schließen sich zum „Klinikverbund Allgäu" zusammen
Ein Ausrufezeichen in der Kliniken-Landschaft

Die Verträge für den neuen Klinikverbund notariell beurkundet und unterschrieben. Vordere Reihe von links: Altlandrat Gebhard Kaiser und Aufsichtsratsvorsitzender, Anton Klotz (Landrat Oberallgäu), Hans-Joachim Weirather (Landrat Unterallgäu), Thomas Kiechle (Oberbürgermeister der Stadt Kempten) und Dr. Lorenz Bülow (Notar). Hintere Reihe: Manfred Baldauf, Franz Huber, Andreas Ruland, Michael Osberghaus, Markus Treffler und Dr. Werner Weber.
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  • Die Verträge für den neuen Klinikverbund notariell beurkundet und unterschrieben. Vordere Reihe von links: Altlandrat Gebhard Kaiser und Aufsichtsratsvorsitzender, Anton Klotz (Landrat Oberallgäu), Hans-Joachim Weirather (Landrat Unterallgäu), Thomas Kiechle (Oberbürgermeister der Stadt Kempten) und Dr. Lorenz Bülow (Notar). Hintere Reihe: Manfred Baldauf, Franz Huber, Andreas Ruland, Michael Osberghaus, Markus Treffler und Dr. Werner Weber.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Allgäu Echo

Vier Unterschriften – und ein Meilenstein in der Geschichte der medizinischen Versorgung im Allgäu war gesetzt: Am 21. Oktober 2019 wurde die Fusion des Klinikverbundes Kempten-Oberallgäu und der Kreiskliniken Unterallgäu besiegelt. Unter dem Namen „Klinikverbund Allgäu gGmbH“ arbeiten seit November 2019 die Krankenhäuser in Kempten, Immenstadt, Sonthofen, Oberstdorf, Mindelheim und Ottobeuren zusammen. Träger sind je zu einem Drittel die Landkreise Oberallgäu und Unterallgäu sowie die kreisfreie Stadt Kempten.

Damit ist ein Stück weit die Forderung verwirklicht worden, die der Oberallgäuer Altlandrat Gebhard Kaiser und langjähriger -Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikverbundes Kempten--Oberallgäu bereits 2010 aufgestellt hatte. Damals hatten sich die Krankenhäuser im Oberallgäu und in Kempten zusammengeschlossen. „Das kann nur der Anfang sein. Eigentlich sollten alle Allgäuer Krankenhäuser unter einem Dach arbeiten.“ Seiner Meinung nach könnte die Fusion aller Kliniken im Allgäu bis Ende 2030 erfolgen.

Beruhigt in die Zukunft schauen

Nach der Vertragsunterzeichnung waren sich die Landräte Anton Klotz (Oberallgäu), Hans Joachim Weirather (Unterallgäu) sowie der Kemptener Oberbürgermeister Thomas Kiechle einig: Das ist ein zukunftsweisender Schritt für alle Beteiligten. „Die medizinische Versorgung der Bevölkerung auf einem hohen Niveau ist damit für lange Zeit gesichert“, so Landrat Klotz. „Alle Kliniken können jetzt beruhigt in die Zukunft schauen“, ergänzte Thomas Kiechle. „Wir setzten ein Ausrufezeichen in einer Zeit, in der mehr und mehr kleine Häuser schließen müssen.“

Nur 12 Monate haben Stadt und Landkreise gebraucht, um den gemeinsamen Krankenhaus-Verbund zu gründen. Im Oktober 2018 hatte Hans-Joachim Weirather angekündigt, mit dem Landkreis Oberallgäu und der Stadt Kempten wegen einer Fusion Kontakt aufzunehmen. Vorausgegangen waren seit 2006 langjährige ergebnislose Verhandlungen mit der kreisfreien Stadt Memmingen.

Mit einer Stimme sprechen

Die Verhandlungen mit Memmingen wurden ausgesetzt. Wobei der Landrat betonte, dass damit „keine Absage an die bestehenden, medizinisch notwendigen und sinnvollen Kooperationen“ verbunden sei. Kaiser zeigte sich für Verhandlungen aufgeschlossen. „In der Krankenhaus-Landschaft ist es wichtig, gegenüber Bund, Land und Krankenkassen mit einer Stimme zu sprechen“, sagte er damals. Außerdem spiele es auch eine Rolle, dass der ländliche Raum gestärkt werde.

Bereits im November fanden erste Gespräche zwischen den Gesellschaftern statt. Besprochen wurden Entwicklungsperspektiven der einzelnen Standorte, die wirtschaftlichen Eckdaten der Häuser, Transaktionsprozesse und Personalrecht. Eine Marktpotenzial-Analyse wurde erstellt. Gremien wie Aufsichtsrat, Verwaltungsrat, Kreistage und Stadtrat stimmten zu und auch das Bundeskartellamt zeigte sich mit dem Zusammenschluss einverstanden. Zum 1. November wurden die Kreiskliniken in den neuen „Klinikverbund Allgäu“ eingebracht. Landrat Weirather ist zufrieden: „Wir sind davon überzeugt, dass wir den idealen Partner gefunden haben.“

Spezialisierung der Kliniken

Zunächst sollen die Betriebe kaufmännisch zusammengelegt werden. Noch offen ist, welche medizinischen Schwerpunkte an den einzelnen Standorten gesetzt werden sollen. Kaiser: „Wir brauchen Schwerpunktkliniken, aber auch eine gute Grundversorgung.“ Eine Spezialisierung sei notwendig, damit sich die Qualität der Häuser noch weiter verbessern könne. Fest stehe aber, dass alle Standorte erhalten bleiben und die Mitarbeiter zu unveränderten Bedingungen übernommen werden. Der neue „Klinikverbund Allgäu“ bietet etwa 4.000 Menschen einen Arbeitsplatz und zählt damit zu den größten Arbeitgebern im Allgäu. An allen Standorten werden dann im Jahr rund 60.000 Patienten stationär versorgt werden. Damit zählt der neue Verbund zu den größten Krankenhaus-Unternehmen in der Region.

Die Geschäftsführer des Verbunds sind Andreas Ruland, Michael Osberghaus, Markus Treffler sowie Franz Huber, zuvor Vorstand der Kreiskliniken Unterallgäu. Sie alle haben mit der Krankenhausgesellschaft „Sana Kliniken AG“ in München einen Managementvertrag abgeschlossen. „Damit profitieren unsere Geschäftsführer und unsere Kliniken von dem exzellenten Know-how und den Fortbildungsmöglichkeiten, die eine große Gesellschaft bietet“, so Gebhard Kaiser.

Text: Klinikverbund Allgäu gGmbH
www.klinikverbund-allgaeu.de

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