Kaufbeuren
Zwei offene Rechnungen

Wer kennt noch Rudi Sternkopf, Paul Geddes oder Marc Wittbrock? Die waren allesamt dabei, als der ESV Kaufbeuren zum letzten Mal in einem Pflichtspiel den SC Riessersee schlug. Das passierte im Frühjahr 1991 in der Aufstiegsrunde zur damaligen Eishockey-Bundesliga. Der ESVK kehrte in jener Saison nach zwei Jahren Abstinenz in die Belletage des deutschen Eishockeys zurück. Doch weder in zwei gemeinsamen DEL-Jahren noch in der zweiten Liga schafften die Joker seither einen Erfolg gegen den Nachbarn aus Garmisch. Heute ab 19.30 Uhr hat der Aufsteiger auf eigenem Eis die Chance, diese 18-jährige Serie zu brechen.

«Klein, fein und gefährlich», beschreibt Joker-Coach Ken Latta den Kader der Werdenfelser. Aufgrund einiger Verletzungen und Sperren ist der Tabellensechste stark dezimiert. Ein Wiedersehen gibt es mit Ex-Adler-Stürmer und Ex-Joker-Trainer Maurizio Mansi, der in Garmisch an der Bande steht. «Ich denke, er wird auf unsere Fehler lauern», sagt Latta, der mit Mansi befreundet ist, und erwartet einen defensiv eingestellten Gegner.

Wesentlich präsenter als der letzte Sieg ist die letzte Niederlage gegen die Oberbayern. In der Saisonvorbereitung wurde der ESVK bei der offiziellen Saisoneröffnung 3:9 abgewatscht. «Auch wenn wir da ersatzgeschwächt angetreten sind, war ich von der Art und Weise nicht begeistert. Das hat mir gar nicht geschmeckt», sagt Latta. Ob sein Team diesmal komplett ist, erscheint äußerst fraglich.

Hinter den Einsätzen von Rob McFeeters und Marc Sill stehen noch dicke Fragezeichen. Trotzdem steht für Latta fest: «Wir wollen uns für das 3:9 revanchieren und mit einem Sieg in das Wochenende starten.»

Am Sonntag muss der ESVK nach Schwenningen reisen. Dort treffen die Joker ab 18 Uhr im frisch renovierten Hexenkessel am Bauchenberg auf die aktuell heißeste Mannschaft der Liga. Der Schwarzwald-Express hat sich mit sieben Siegen in Folge an die Tabellenspitze katapultiert. Erschwerend kommt hinzu, dass der Titelaspirant noch eine Rechnung mit dem ESVK offen hat. «Ich bin mir sicher, dass Trainer Axel Kammerer noch immer stinksauer ist. Die wollen sicher zweistellig gegen uns gewinnen», so Latta.

Am ersten Spieltag hatte Kaufbeuren die favorisierten Wild Wings sensationell 4:1 geschlagen und damit die Initialzündung für einen großartigen Saisonstart gelegt. «Wir sind froh, dass wir da oben mitreden und die Teams mit großem Etat ärgern können. Wenn wir das auch in Schwenningen schaffen wollen, brauchen wir wieder einen taktisch perfekten Tag», so Latta.

Diese Spielweise geht an die Substanz und hinterlässt Spuren. «Jedes Spiel kostet enorm viel Kraft, da wir es uns nicht leisten können, auch nur vom sechsten in den fünften Gang zu schalten», so Latta. Logischerweise freut sich der Joker-Coach daher schon auf die zwei Wochen Länderspielpause im November: «Das ist ganz wichtig für die Regeneration der Spieler.»

Vor dieser Erholung stehen jedoch noch jede Menge Arbeit und vier Spiele: «Das wird wieder ein richtig hartes Wochenende», prophezeit Latta.

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