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Eh-story
Zwei Eishockeyspieler aus Ritten spielen für die Kaufbeurer Jugend

Der Händedruck ist nicht so, wie man ihn von diesen beiden kräftigen Eishockeyspielern erwartet. Etwas schüchtern wirken Michael Wenter (17) und Ruben Rampazzo (17) anfänglich schon. Als sie aber über ihren «Abenteuerausflug» von Südtirol nach Kaufbeuren zu erzählen beginnen, blühen sie ein wenig auf. Selbstvertrauen haben die beiden genug, denn vor Kurzem feierten sie den deutschen Meistertitel mit der Jugendmannschaft des ESV Kaufbeuren.

Nun sitzen Wenter und Rampazzo im Speisesaal des Marktoberdorfer Internats und beginnen zu erzählen, wie das alles kam. Der Erzählfluss ist zugegebenermaßen anfangs etwas gehemmt, auch wenn die beiden flüssig deutsch sprechen. Etwas schüchtern eben, wie es für Teenager normal ist. In der kleinen Gemeinde Ritten in Südtirol, die im italienischen Eishockey allerdings eine große Rolle spielt, begannen die beiden Verteidiger mit ihrem Sport. Im Sommer vergangenen Jahres sprach sie dann ihr Torwarttrainer an, ob sie nicht Lust hätten, beim ESVK zu spielen. Der war den 17-Jährigen durchaus ein Begriff. «Ich kenne einen Spieler aus Ritten, der in Kaufbeuren gespielt hat», sagt Wenter.

Die Zusage war schnell gegeben, nun fehlte noch eine Wohnmöglichkeit. Weil in Kaufbeuren keine Gastfamilie verfügbar war, kontaktierte der ESVK zusammen mit Wenter und Rampazzo das Marktoberdorfer Internat. «Wir hätten eine Gastfamilie vor Ort wegen der Nähe bevorzugt, aber hier ist es auch schön», sagt Rampazzo und fügt an: «Wir wurden super aufgenommen und fühlen uns wohl hier.»

Es gibt sogar eine offizielle Vereinbarung zwischen dem ESVK und dem Gymnasium. Wenn Spieler von auswärts kommen, bietet sich die Möglichkeit, dort das Sportgymnasium zu besuchen. «Der Vorteil besteht darin, dass ein Schüler zum Beispiel den Unterricht nachholen kann, wenn er wegen eines wichtigen Spiels diesen verpasst hat», erklärt ESVK-Pressesprecher Christian Demel. Nachdem die Jugend nun in die DNL aufgestiegen ist und es wohl einige Neuzugänge geben wird, könnte diese Zusammenarbeit noch intensiviert werden, so Demel.

Wenter und Rampazzo waren feste Bestandteile des Teams, das souverän den Aufstieg in die DNL geschafft hatte. Auch wenn sie sich anfänglich umstellen mussten: «Es ist schon ein höheres Niveau. Es wird schneller und geradliniger gespielt», sagt Rampazzo, der auch für die italienische U18-Nationalmannschaft am Puck ist. «Man muss hier auch mannschaftsdienlicher spielen», fügt Wenter hinzu. «Alles in allem haben wir hier sehr viel gelernt, nicht nur sportlich.»

Wege trennen sich

Für die beiden Freunde trennen sich die Wege nun allerdings: Wenter bleibt, Rampazzo geht im Juni wieder nach Südtirol, um dort für Ritten in der italienweiten U20-Liga zu spielen. Für seine nächste Saison beim ESVK hat sich Wenter fest vorgenommen, nicht aus der DNL abzusteigen. Ansonsten halten es die beiden mit der Philosophie der kleinen Schritte: «Immer erst ein Ziel erreichen, dann das nächste setzen», sagt Rampazzo ehrlich.

Das Abenteuer Deutschland geht für Wenter ab dem 2. Mai weiter. Dann startet er mit dem ESVK in die Saisonvorbereitung.

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