Kaufbeuren
Zu viele Fehler kosten Joker das Spiel

Am Ende gewinnt der, der weniger Fehler macht. Oder andersrum: Derjenige, der mehr Fehler macht, verliert. So ist das im Sport. Und so banal diese Weisheit auch klingt, so zutreffend ist sie oft. Daher verwunderte es wenig, dass sich auch Ken Latta nach der 5:6-Heimniederlage am Freitagabend gegen den SC Riessersee dieser Floskel bediente und damit in nur einem Satz eigentlich alles Wesentliche zum Spiel seiner Joker sagte. Von «sechs groben, ganz groben Fehlern» sprach der ESVK-Coach und betonte das Offensichtliche: «Die haben uns das Spiel gekostet.»

Besonders bitter: Mit der durchaus vermeidbaren Niederlage gegen die Oberbayern kassierte der ESV vor 2399 Zuschauern die dritte Pleite auf eigenem Eis in Serie. Dabei waren die Joker über 60 Minuten keinesfalls die schlechtere Mannschaft, boten sie doch über weite Strecken ansehnliches Offensiv-Eishockey. Nur das konzentrierte, nahezu fehlerfreie Verhalten in der Defensive der letzten Wochen schien wie weggeblasen. Mit ihrem kleinen, jedoch qualitativ hochwertig besetzten Kader, nutzten die Gäste aus Oberbayern jede dieser Unkonzentriertheiten eiskalt aus - dreimal zu den psychologisch ungünstigen Zeitpunkten in den jeweils letzten Sekunden vor Drittelende.

Tolle Moral

Dass die Joker sich Mal um Mal wieder zurück ins Spiel kämpften, zeugte einmal mehr von deren toller Moral - was auch Latta lobend betonte: «Die Jungs haben nie aufgehört zu kämpfen.» Das stimmte auch die Zuschauer versöhnlich. Doch es offenbarte erstmals auch die berüchtigte Blauäugigkeit, die man einem Aufsteiger in der Regel nachsagt.

Dass ausgerechnet ESVK-Torwart Thomas Tragust, der überragende Rückhalt der letzten Wochen, mit seinem Patzer zum 1:2 den Fehler-Reigen eröffnete, mutete dabei wie eine Ironie des Schicksals an. Brad Self luchste dem Italiener bei einem seiner Ausflüge hinter das eigene Tor, bei denen er in dieser Saison schön des Öfteren keine allzu gute Figur abgegeben hatte, die Scheibe ab und schob sie über die unbewachte Linie. «Thomas hatte heute keinen guten Tag», räumte Latta ein.

Zur chronischen «Reiselust» seines Torwarts äußerte sich der Übungsleiter jedoch nur knapp: «Ich werde mit ihm reden.»

McFeeters ist zurück

Ganz anders als für Tragust verlief der Abend für Rob McFeeters. Nach seiner Rückenverletzung und vier Spielen Pause feiert der Kanadier eine Rückkehr nach Maß, erzielte mit dem 1:1 seinen ersten Saisontreffer und bereitete das 4:4 von Jordan Webb mustergültig vor. Dabei hatte die medizinische Abteilung erst am Freitagmorgen grünes Licht für einen Einsatz des Stürmers gegeben.

Und auch wenn sich McFeeters konditionell selbstverständlich noch nicht in der gewohnten Manier präsentierte, wie sehr der Kanadier dem Spiel der Joker gefehlt hatte, erkannte man vor allem an der wieder deutlich größeren Durchschlagskraft der ersten Reihe. McFeeters: «Natürlich bin ich momentan noch nicht in optimaler Verfassung. Gebt mir noch eine Woche, dann bin ich wieder der Alte.»

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