Triathlon
Unbeschreibliche Momente am Golf von Mexiko

Die Triathlon-Weltmeisterschaft über die Mitteldistanz in Florida/USA ist erst ein paar Tage her, doch Dietmar Bachstein (65) vom RSC Kempten wirkt kein bisschen müde. Die Strapazen des Wettkampfs (1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Radfahren, 21,1 Laufen) hat der erfahrene Ausdauersportler offenbar genauso locker weggesteckt wie den Jetlag. Statt Erschöpfung schwingt bei jedem Satz über den Wettkampf in Clearwater Euphorie mit.

Erste Medaille der Laufbahn

Kein Wunder: Nach 20 Jahren Triathlon hat sich Bachstein seine erste WM-Medaille erkämpft. In der Altersklasse 65 bis 69 Jahre holte er in 5:15:37 Stunden Bronze. Unter die besten Zehn schaffte es mit Dr. Klaus Roßkopf (61) in der Altersklasse bis 64 Jahre ein weiterer Kemptener: Der Hals-Nasen-Ohrenarzt und Allergologe wurde Siebter (5:19:08).

Während Roßkopf noch im USA-Urlaub weilt, ist Bachstein wieder zurück im Allgäu: «Das war der absolute Höhepunkt meiner Karriere. Es war ein großartiges Gefühl bei der Siegerehrung am Golf von Mexico vor 1500 Zuschauern aufs Podest zu dürfen», sagt der drahtige Kemptener, der bis vor vier Jahren im technischen Verkauf arbeitete und zuletzt wöchentlich bis zu 16 Stunden trainierte.

Mit Roßkopf hatte er sich im Juni in Rapperswil/Schweiz für die WM qualifiziert. Insgesamt durften 1500 Starter am «Ironman World Championship 70.3» in Florida teilnehmen. Der Rostocker Michael Raelert (29) gewann in 3:34:05 Stunden. Die Strecke ist halb so lang wie beim Ironman - und zieht immer mehr Triathleten an. Selbst bei den älteren Semestern wird mit harten Bandagen gekämpft. Teils sogar mit unfairen Methoden.

Saubere Technik wichtig

So ärgert sich Bachstein darüber, dass der Zweite in seiner AK auf dem flachen Radkurs im Windschatten von anderen Teilnehmern fuhr. «Das war regelwidrig und hat mich geärgert. Zumal mir am Ende nur 37 Sekunden auf den Australier fehlten», sagt der Allgäuer, der unterm Strich jedoch «total glücklich» ist. Bei seiner ersten WM-Teilnahme 2007 war er als Vierter knapp an einer Medaille vorbeigeschrammt.

Bachsteins Stärken sind das Radfahren und Laufen - genau wie bei Roßkopf, mit dem er gelegentlich trainiert. Besonders wichtig ist ihm eine saubere Technik. Auch beim Schwimmen achtet er darauf. Doch mit dieser Disziplin hat er erst mit über 40 Jahren richtig losgelegt. «Da ist es natürlich schwieriger als für jemanden, der von klein auf im Verein geschwommen ist», sagt Bachstein, der sich davon freilich nicht einschüchtern ließ.

Im Gegenteil: Der zweifache Vater und vierfache Großvater, der schon knapp 15 Mal den Allgäu-Triathlon in Immenstadt «gefinisht» hat, zieht sein Ding durch. Aber nicht zu jedem Preis: «Ich habe immer auf meinen Körper gehört. Wenn es irgendwo zwickt, gebe ich Ruhe», erklärt der 65-Jährige, der zehn Kilometer in 45 Minuten läuft.

Sein Motto: «Nicht der Trainingsplan ist das Wichtigste, sondern die Gesundheit.» Dass sich diese Einstellung auszahlt, hat die WM in Florida bewiesen.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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