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Ulm tritt heute gegen Memmingen außer Konkurrenz an - Punkte gibt es nicht

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Blick zurück, 3. September letzten Jahres, ein Freitagabend: Die Spieler des FC Memmingen sitzen gegen 22 Uhr im Vereinsheim an der Bodenseestraße und schwärmen von einem ersten Höhepunkt in der Fußball-Regionalliga Süd. Soeben ist die Partie gegen den SSV Ulm (1:1) zu Ende gegangen - vor ausverkauftem Haus mit über 5000 Fans. «Ein einmaliges Erlebnis», wie sich Mittelfeldspieler Andreas Maier erinnert. Und er weiß noch, dass sich er und die Kollegen damals die Hände rieben und nach vorn blickten: «Das Rückspiel im Donaustadion wird sicherlich auch eine große Nummer.»

Dieses Rückspiel steht heute (19 Uhr) auf dem Programm. Eine große Nummer wird die Partie allerdings nicht. Denn die Ulmer sind inzwischen pleite, aus der Tabelle gestrichen und ein finanzieller Trümmerhaufen. Allerdings: Die Mannschaft spielt die Saison noch zu Ende - außer Konkurrenz und ohne dass es Punkte gibt für den Sieger.

Kahric: «Vorbereitung auf kommende Aufgaben»

«Das ist ein Vorbereitungsspiel für uns auf die kommenden Aufgaben in der Regionalliga», sagt FCM-Trainer Esad Kahric. Er will vor allem jene Spieler aufs Feld schicken, die aufgrund von Verletzungen einen Trainingsrückstand aufweisen. Andreas Rucht zum Beispiel oder Ejnar Kahric und Christopher Bargholz. Leute wie Andreas Maier, Matthias Bader und Tobias Heikenwälder hingegen fahren zwar mit nach Ulm, sie werden aber vermutlich nicht zum Einsatz kommen.

Denn sie haben drei gelbe Karten auf dem Konto. Obwohl das Spiel gegen den SSV Ulm nur freundschaftlichen Charakter besitzt, werden gelbe oder rote Karten offiziell registriert.

Im gesicherten Mittelfeld überwintert

Im Klartext: Sieht Maier am heutigen Freitag gelb, muss er am nächsten Mittwoch (19 Uhr) beim 1. FC Nürnberg II zuschauen. «Das ist doch Blödsinn», wundert sich der Mittelfeldspieler. «Einerseits kann man keine Punkte holen. Andererseits wird man für eine Verwarnung offiziell bestraft. Das ergibt in meinen Augen keinen Sinn.» Sinn oder Unsinn: Trainer Esad Kahric will sich darüber keine großen Gedanken machen. «Es ist eben wie es ist.»

Da beschäftigt er sich lieber mit dem nächsten «richtigen» Regionalligaspiel bei der Bundesliga-Reserve des FCN am 9. März. «Darauf müssen wir uns konzentrieren», mahnt er. Denn auch wenn der FC Memmingen im gesicherten Mittelfeld überwinterte und momentan elf Punkte Abstand hat zum Abstiegsplatz, will keiner beim Aufsteiger die Zügel schleifen lassen. Am allerwenigsten der akribisch arbeitende Esad Kahric. «Eine Negativserie», glaubt er, «kann dich in dieser Liga schnell abrutschen lassen.» Sein Motto: Selbstbewusstsein ja - aber um Himmels willen keine Überheblichkeit. Einen Mitstreiter bei dieser Sichtweise findet er in Andreas Maier, der sich sicher ist: «Wir als Amateurteam müssen immer einhundert Prozent geben, um Paroli bieten zu können.»

Ausblick auf die nächste Saison

Bisher hat das geklappt. Sechs Siege, bei nur vier Niederlagen und sechs Unentschieden: Der FC Memmingen gehört zu jenen Teams, vor dem der Gegner inzwischen gehörig Respekt hat. Und bei dem sich die Beobachter anderer Vereine gerne nach möglichen Neuzugängen umschauen. Zuletzt kam aus Stuttgart die Meldung, dass die Kickers ein Auge auf Andreas Hindelang werfen. Auf Sturmpartner Candy Decker haben es gleich mehrere Vereine abgesehen. Ob diese beiden Spieler nächste Saison nicht mehr zur Verfügung stehen? «Das kann man noch nicht sagen», meint Esad Kahric, «der Spielausschuss wird demnächst mit jedem Gespräche führen. Dann muss man weiter sehen.»

Bei Stefan Pfohmann (33) und Johannes Rehm (30) kann es gut sein, dass sie ihre Fußballer-Laufbahn beenden. Andreas Maier (27) hingegen will auch kommende Saison mitmischen. Am liebsten beim FC Memmingen in der Regionalliga.

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