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Türk SV Wangen fühlt sich ungerecht behandelt wegen harter Strafe nach Spielabbruch

Das harte Urteil des Bezirkssportgerichts will der Türk SV Wangen nicht so einfach zu den Akten legen. Der B-Kreisligist fühlt sich ungerecht behandelt. 15 Monate Sperre für einen Spieler, 1230 Euro Geldstrafe, sechs Punkte Abzug und ein 0:3 im abgebrochenen Spiel - so lautet die vom Sportgericht festgesetzte Strafe, die Türk Wangen für die abgebrochene Partie in Bodnegg am 14. November 2010 erhält.

Bezirksvorsitzender Hans-Joachim Maier verdonnerte «die auffälligen Vereine, ihre Funktionäre und Spieler» außerdem zur Teilnahme an einem «Lehrgang» zu den Themen «Respekt und Fairness im Allgemeinen», wie er auf der Homepage des Bezirks schreibt.

Als reuiger Sünder sieht sich der Verein aus dem Allgäu aber nicht. «Wir sind stinksauer, da wird alles gegen uns gesprochen», ärgert sich Wangens Trainer Hakan Abis.

Nicht der erste Vorfall

Die Wangener sind allerdings Wiederholungstäter. Im Jahr 2008 wurden sie schon einmal eines Spielabbruchs schuldig gesprochen, es war die Partie gegen den ASV Wangen. Das Bezirkssportgericht hat dieses Urteil in seinem aktuellen Spruch berücksichtigt. Vor allem aber, kritisiert Hakan Abis, habe es bei der Urteilsfindung allen anderen geglaubt - nur den Wangenern nicht. «Wir sind immer die Schuldigen», so der Vorwurf von Abis.

Das Sportgericht hat laut Urteil die Wangener Stellungnahme als «wenig überzeugend» eingeschätzt und bezieht sich in seiner Begründung auf die Berichte von Schiedsrichter und TSV Bodnegg.

Denen wirft Türk Wangen wiederum vor, die Tatsachen verdreht oder übertrieben dargestellt zu haben. So war laut Wangens Vorstand Erdogan Basar die Art und Weise, mit der Wangens bis Februar 2012 gesperrter Spieler den Unparteiischen umschubste, weit weniger dramatisch als geschildert; außerdem seien nicht «die halbe Mannschaft des Türk SV sowie fast alle männlichen Zuschauer dieses Vereins auf den Sportplatz gestürmt», wie das Sportgericht schreibt. Dieses Detail wiederum bestimmte nicht zuletzt die Höhe der Geldstrafe.

Aus dem Schneider ist derweil die Heimmannschaft. Eine Vernachlässigung der Platzdisziplin oder ein mangelnder Einsatz der Ordner sei Bodnegg «nicht nachzuweisen, da dieser Pulk urplötzlich auf das Feld kam», schreibt das Bezirkssportgericht. Noch am 14. November hatte Bodneggs Trainer Michael Ries auf die Frage nach den Gründen des Spielabbruchs gesagt, dass «einem einzelnen Spieler die Sicherung durchgebrannt» sei. Das Bezirkssportgericht sieht das aber offenbar anders.

Dessen Vorsitzender Karl Falge beruft sich auf die belastende Aussage eines Schiedsrichterbeobachters. Diese kommt in der Urteilsbegründung jedoch nicht vor - das Sportgericht urteilte vor allem aufgrund der Stellungnahmen des Schiedsrichters und des TSV Bodnegg.

Bodneggs Abteilungsleiter Armin Wiedmann, der sich für seine Stellungnahme insbesondere auf Aussagen von Bodnegger Spielern berief, begrüßt das Urteil des Sportgerichts: «Der Verband hat ein Zeichen für die Schiedsrichter zu setzen», sagt Wiedmann. (wa)

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