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TSV Kottern Ringer erinnern sich an Erfolge vor 50 Jahren

«Wo bitte liegt Kottern», diese Frage stellten sich schon vor 50 Jahren viele Ringer, wenn sie zum Auswärtskampf ins Allgäu reisten. Doch den Gästen aus Bamberg, Regensburg oder München wurde schnell klar, dass Kottern nicht nur ein Ort, sondern eine Lebensphilosophie darstellt. Spätestens, wenn sie hilflos auf der Matte Mitten in der Allgäu-Halle lagen, wurde ihnen klar, woher die Ringer aus dem Fabrikdorf ihre Kraft schöpften. Es ist bis heute die Mischung aus Kraft, Technik und dem unbändigen Willen zum Sieg.

In Erinnerungen geschwelgt

Jetzt trafen sich die Sieger der 50er und 60 Jahre im Vereinsheim des TSV Kottern und schwelgten zusammen mit der aktuellen Mannschaft in Erinnerungen. Mit dabei war auch Ringerurgestein Bastl Bauer (85) aus der Eich. «Ich bin 1948 zu den Ringer gekommen», weiß er noch genau. 14 Jahre lang stand er auf der Matte und wechselte dann auf die Seite der Kampfrichter und technischen Leiter. An seiner Seite stand damals wie heute Willi Pilz (79) aus Leubas. «Wir haben nach dem Krieg gemeinsam angefangen und in der alten Kotterner Halle trainiert. Ich bin aber länger aktiv gewesen und habe erst mit 47 aufgehört», erzählt der hagere Pilz. Kottern ist er bis heute treu und arbeitet immer noch als Platzwart.

«Vor 50 Jahren waren wir die beste Mannschaft in Schwaben», erklärt Bauer mit stolzer Stimme. Seine Augen leuchten, wenn er sich an die Wettkämpfe in der Tierzuchthalle erinnert. «Wir haben mit 400 Zuschauern angefangen und schnell wurden es 800. Damit waren wir der Zuschauerkrösus der Liga.»

800 Zuschauer in der Allgäuhalle

Die Tierzuchthalle war auch Schauplatz des wohl größten Ringerkampfes in Kemptens Geschichte. 1962 begrüßte Oberbürgermeister August Fischer mit Kuhglocken und Emmentaler die besten deutschen Ringer zur Olympiaausscheidung. «Ich hatte sie damals eingeladen», weiß Bauer noch genau. Immerhin gehörte auch ein Kotterner zur Deutschen Ringerelite. «Ich war 1956 bei der Olympiaausscheidung in Aschaffenburg dabei», erzählt Erin Schmid. Er war Vierter bei der deutschen Meisterschaft geworden, musste dann aber passen: «Ich hatte mir alle Bänder im Knie gerissen.»

Mit am Tisch saß Bürgermeister Josef Mayr, der selbst Ringer bei Kottern war: «Ich musste aber wegen Rückenproblemen aufhören.» Mit Verletzungspech kämpfte auch Luis Köberle. 1965 waren die Ringer des TSV Kottern in die bayerische Oberliga aufgestiegen. Bereits beim ersten Kampf 1966 kugelte er sich die Schulter aus. «Wir haben den Klassenerhalt trotzdem geschafft und waren ungefähr drei Jahre in der Oberliga», so Bauer.

Dafür wurden sie 1966 zur Mannschaft des Jahres im Landkreis Kempten gekürt. «Wir lagen vor den Tischtennisspielern aus Durach und den Fußballern aus Sulzberg», erinnert sich Bauer an die Ehrung im Kornhaus. Landrat Vitus Riegert übergab vor 45 Jahren zusammen mit AZ-Sportmitarbeiterin Christl Prohaska die Auszeichnung.

Später zogen die Ringer wieder nach Kottern um und lieferten sich im Stiefel-Saal packende Duelle. Und nach dem Wettkampf saßen sie oft im Eisernen Kreuz zusammen und stimmten das Ringer-Lied des TSV Kottern an.

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