Hintergrund
Torpedo-Eishockey Marke Ken Latta

«Eine Eishockeymannschaft ist wie ein Puzzle, in dem jedes Teilchen passen muss. Da in dieser Saison die Teilchen noch besser passen als im Vorjahr, stehen wir so gut da», erklärt Ken Latta das Erfolgsrezept des Tabellenfünften ESV Kaufbeuren. Uns hat der ESVK-Coach einen kleinen Blick in sein Taktikbuch werfen lassen.

Das Aufbauspiel: Latta orientiert sich bei keinem Geringerem, als dem erfolgreichsten NHL-Team der vergangenen 20 Jahre - den Detroit Red Wings: «Wir kommen mit großem Tempo wie eine Welle auf das gegnerische Tor zu.» Angelehnt ist diese Spielweise an das sogenannte Torpedo-Eishockey. «Da bei uns der Puckführer etwas weiter hinten ist, schaut das bei uns wie ein ganz weiches V aus», so Latta. Damit soll der Gegner wie eine Ziehharmonika auseinandergezogen und Räume geschaffen werden.

Die Spezialisten: Wie in jedem Unternehmen gibt es auch im Eishockey Spezialisten. Dominic Krabbat und Anton Saal beispielsweise sind bei Latta als Unterzahl-Duo gesetzt: «Das haben wir in der vergangenen Saison schon ausprobiert und in dieser Spielzeit intensiviert», sagt Latta. Positive Begleiterscheinung ist, dass Offensivspezialisten wie Petr Sikora oder Daniel Menge mehr Zeit zur Erholung haben.

Weitere Beispiele sind die Wahl des Mittelstürmers bei wichtigen Bullys im eigenen Drittel («Sikora hat die beste Quote bei uns.») oder die Wahl der Verteidiger bei Bullys im Angriffsdrittel: «Wenn zum Beispiel das Bully links ist, brauche ich einen Rechtsschützen wie Rob Brown oder Christof Aßner.»

Der Reiheneinsatzplan: «Bei einem Bully im Verteidigungsdrittel schicke ich gegen die erste Reihe des Gegners natürlich nicht unsere vierte Formation aufs Eis», sagt Latta. Andererseits versucht er, von der neuen Regel bei unerlaubten Weitschüssen zu profitieren: «Natürlich bringe ich eine ausgeruhte Offensivreihe, wenn der Gegner nach einem Icing nicht wechseln darf.» Beim ESVK hat auch jede Reihe seine Funktion. «Von der vierten Reihe erwarte ich zu allererst, dass sie defensiv keinen Fehler macht, aber auch wenn möglich offensiv Druck erzeugt », so Latta.

Der Schwachpunkt: Einzig das Überzahlspiel bereitet Latta noch Sorgen: «Aber wir haben uns immerhin von 13 auf knapp 18 Prozent Erfolgsquote gesteigert. Ziel sind aber 20 Prozent, dann wäre ich zufrieden.» Der Grund hierfür ist unter anderem der Abgang von Emil Ekblad. «Wir haben noch keinen Verteidiger gefunden, der im Powerplay an der blauen Linie diese Akzente setzen kann», so der Kanadier. Gleich einer Reihe seiner Verteidiger bescheinigt er das Potenzial, die «großen Fußspuren» des Schweden auszufüllen.

Das Paradebeispiel: «Das beste Exempel für ein funktionierendes Puzzle ist die Sikora-Reihe», sagt Latta. Bis zur Verletzung von Michael Fröhlich war diese Formation überragend. Grund: Die drei Spieler passen perfekt zusammen. «Sikora ist der Kopf und Puckführer. Daniel Menge ist ein sehr intelligenter Spieler mit gutem Schuss und klugen Laufwegen.

Fröhlich ist außergewöhnlich cool vor dem Tor und hat einen echten Torriecher. Hinzu kommt, dass alle drei technisch stark sind und sich auch außerhalb der Eisfläche gut verstehen.»

Das Erfolgsrezept: «Entscheidend ist, dass die Spieler genau wissen, welche Aufgaben sie auf dem Eis haben - das ist auch ein Vorteil für jeden Einzelnen», so der ESVK-Trainer. «Weil jeder Akteur seine Aufgaben so gut erledigt, haben wir in dieser Saison Erfolg.» Als Spielerentwickler und -ausbilder freut sich Latta darüber, mit so vielen jungen Spielern arbeiten zu können und dass diese zum Erfolg beitragen.

Die Zuschauer können schon heute Abend gegen die Lausitzer Füchse (19.30 Uhr) und am Sonntag in Rosenheim (18 Uhr) die Latta-Taktik live studieren. «Ich erwarte wieder enge Spiele, bei denen der Ausgang völlig offen ist. Ich weiß nur, dass wir wieder 120 Minuten hart arbeiten werden», so Latta.

» Allgäu-Sport

 

Mit großem Tempo Richtung gegnerisches Tor: So stellt sich ESVK-Trainer Ken Latta das Spiel seiner Mannschaft (vorne Dominic Krabbat) im Idealfall vor. Archivfoto: Langer

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