Wildpoldsried
Torjäger wider Willen: In 20 Minuten zweimal ins eigene Netz getroffen

Torschützen werden in aller Regel in den Himmel gelobt. Unsterblich ist ein Gerd Müller vom FC Bayern München mit seiner wohl unwiederbringlichen Trefferquote. Eine offizielle Statistik für Eigentorschützen gibt es dagegen - aus möglicherweise verständlichen Gründen - nicht. Gäbe es sie, wäre Stefan Hartmann (29) vom Fußball-Kreisligisten SSV Wildpoldsried, wohl weit vorne platziert. Der Oberallgäuer Unglücksrabe schaffte das zweifelhafte Kunststück, gleich zwei Eigentore innerhalb von nur 20 Minuten (2. und 21.) zu erzielen. Geschehen in der Partie am letzten Spieltag zu Hause gegen den FSV Marktoberdorf (wir berichteten).

Es waren aber nicht die einzigen Eigentore in der Karriere von Stefan Hartmann. Vor knapp drei Jahren gelang ihm dieses «Kunststück» schon einmal. Damals spielte er noch für den TSV Betzigau und traf in der Begegnung mit Türk Gücü Füssen doppelt ins falsche Netz. Insgesamt steht der verhinderte Torjäger aus dem Oberallgäu nun schon bei neun Eigentoren seit 1998.

In bester Gesellschaft

Hartmann ist in dieser inoffiziellen Statistik in bester Gesellschaft. Der Kaiser - Franz Beckenbauer - war in seiner aktiven Zeit ebenfalls ein gefürchteter Vollstrecker Richtung eigenes Tor.

Und am vergangenen Wochenende traf Kaladse in einem Qualifikationsspiel zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika in der Partie zwischen Georgien und Italien ebenfalls zweimal ins eigene Tor. Ein tragisches Schicksal wiederfuhr einem Eigentorschützen in einer tschechischen Regionalliga vor wenigen Tagen. Er starb nach seinem Missgeschick unmittelbar an einem Herzinfarkt.

«Das war nicht mein Tag»

Hartmann nimmt sein Pech aber eher gelassen. «Das war eben nicht mein Tag», sagt er. «Ich dachte, ich habe ein Dejavu-Erlebnis, weil mir das schon mal passiert ist.» Es war aber harte Realität an diesem Tag in Wildpoldsried. Ein kleiner Trost könnte sein, dass er damit immerhin ein Stück Geschichte beim SSV geschrieben hat. «So was hatten wir bei uns noch nie», sagt Abteilungsleiter Peter Gabler.

Er vertrat bei diesem Spiel den etatmäßigen Trainer Hubert Eggensperger. Gabler handelte und nahm den Unglücksraben in der Halbzeit aus dem Spiel.

Darüber war Hartmann aber nicht begeistert. «Gut, es war die Entscheidung des Trainers. Und vielleicht war es ja auch besser so, wenn man schon mal so einen schlechten Tag hat. Aber ich hätte lieber noch weiter gespielt, um noch was am Spielstand zu ändern.» So wie damals vor knapp drei Jahren, als er noch den Treffer zum 4:4 per Kopf machte (Endstand 5:4 für Betzigau). Damals war die Stimmung trotz der zwei vorhergegangenen Eigentore «himmelhochjauchzend».

Diesmal hielt sich die Euphorie in engeren Grenzen. Nach dem Spiel hat Hartmann erst mal «zwei Bier getrunken.» Spötter würden wohl von Zielwasser für weitere Aktionen sprechen. Seine Mitspieler waren nicht sauer und haben ihm auf den Heimweg die Devise mitgegeben: «Das kann jedem mal passieren.» Doch so ganz ernst dürften es seine Kameraden nicht gemeint haben. «Ich werde bei der Versammlung was ausgeben», verspricht er. Und dann dürfte alles wieder in Ordnung sein - bis zum nächsten Mal

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen