Allgäu
Thema Reserven erhitzt nach wie vor die Gemüter

Allgäu Die Diskussionen hatten es vorab schon verraten, und so war Franz Schmid nicht überrascht, als er Ende Juni die Post in Empfang nahm. Per Unterschriftenaktion teilten 20 von 180 Allgäuer Vereinen dem Kreisspielleiter ihren Protest gegen die angedachte Eingliederung der Reservemannschaften in den aufstiegsberechtigten Spielbetrieb ab der nächsten Saison mit. «Damit war fast zu rechnen», so Schmid. Gegenwind hatte es bereits beim Infoabend Mitte April gegeben, als der Verband sein Vorhaben in Untrasried vorgestellt hatte.

BFV nimmt Schärfe heraus

Der ganz große Aufstand aber blieb bislang aus. Das hat wohl auch damit zu tun, dass der Bayerische Fußball-Verband die anfängliche Schärfe aus seinen Plänen genommen hat. Nach wie vor hoffen die Funktionäre zwar, dass die bisherigen Reservemannschaften künftig im aufstiegsberechtigten Spielbetrieb mitmischen. Nur: Sie zwingen die Vereine nicht, ihre Reserven dort anzumelden. Die Klubs können selbst entscheiden. Der Verband folgt damit seiner Satzung, wonach die Freiwilligkeit oberstes Gebot ist. «Es hilft nichts, irgendetwas mit Gewalt durchzuboxen», erklärt Schmid. Auch ohne «höhere Gewalt» dürfte der BFV sein Ziel erreichen: Wenn viele Klubs ihre zweiten Mannschaften aus den Reserve-Ligen abmelden und sie in den «normalen Spielbetrieb» schicken, lösen sich die Reserve-Klassen voraussichtlich von selbst auf.

Und genau das ist aus Sicht des BFV nötig. Denn künftig soll der Spielbetrieb auf breiteren Beinen stehen. Unterhalb einer Kreisklasse soll es dann zwei A-Klassen und darunter vier B-Klassen geben. Doch was erhofft sich der Verband von dieser Änderung? Antwort: eine breitere Basis und vereinfachte Relegationsrunden. Wie bisher steigen die Meister direkt auf und die Zweitplatzierten gehen in die Aufstiegsrunde. Doch diese soll nun deutlich schlanker ausfallen. Denn unterhalb einer Kreisklasse gibt es künftig nur zwei A-Klassen, deren Zweitplatzierte gegeneinander spielen. Mit der bisherigen Struktur war das in der Form nicht möglich, die Relegation nur schwer durchschaubar. «Wir hatten beinahe mehr Relegationsspiele als Meisterschaftsspiele», sagt Schmid. Daher müsse das System reformiert werden.

Nicht alle sind begeistert

Nicht alle Vereine sind davon begeistert. Der SSV Wertach beispielsweise ist gegen die Abschaffung der Reserven. «Eine Eingliederung in den normalen Spielbetrieb wäre für uns personell nicht machbar», begründet Abteilungsleiter Markus Laure. Bei Heimspielen der Ersten bestritt die Reserve stets das Vorspiel - am gleichen Tag, am gleichen Ort. So konnte der Trainer die Spieler der zweiten kurzfristig in der ersten Mannschaft einsetzen. «Spielen die Mannschaften aber unabhängig voneinander, bräuchten wir mehr Spieler. Hinzu kämen höhere Kosten für einen weiteren Trainer - und die Kameradschaft würde auch leiden», so Laure. Argumente, die Schmid nur bedingt nachvollziehen kann: «Ein oder zwei Spieler braucht ein Verein sicher mehr», räumt der Funktionär ein. Mehr Argumente will Schmid jedoch nicht zählen lassen. Das würden auch die meisten Vereine im Allgäu so sehen, so Schmid. Sonst hätte er mehr Post bekommen.

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